____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Instrumentenlandesystem
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Das Instrumentenlandesystem (engl. Instrument Landing System, ILS) ist ein bodengestßtztes Flugnavigationsfunksystem (Aeronautical Radio Navigation System, ARNS), das von der ICAO seit 1950cite-ref-2[1.1] fßr die weltweite Nutzung fßr Präzisionsanflßge (engl. Precision Approach) standardisiert ist. ILS-Systeme ermÜglichen Piloten bei Tag und Nacht auch unter schlechten horizontalen und/oder vertikalen Sichtverhältnissen die Durchfßhrung von Präzisionsanflßgen nach Instrument Meteorological Conditions (IMC), sofern die genutzte Landebahn (engl. RunWaY, RWY) fßr die Anflugrichtung mit einem ILS der erforderlichen Kategorie (CAT, von engl. Category) ausgerßstet ist.
Ein ILS-System besteht dabei aus folgenden Komponenten:
⢠ILS-LocaLiZer (ILS-LLZ, 10° Breite) und den hierzu notwendigen Monitorempfängern fßr die horizontale Fßhrung eines Luftfahrzeuges referenziert auf die verlängerte Landebahn-Mitte. Der ILS-LLZ strahlt dabei folgende Signale ab:
⢠ILS-LLZ-Course-Signale (dt. ILS-Kurssignal) zur Fßhrung zwischen max. ¹10° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte mit bis zu 25 NM Reichweite
⢠ILS-LLZ-Clearance-Signale zur FĂźhrung zwischen +10° bis max. +35° und â10° bis max. â35° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte mit bis zu 17 NM Reichweite
⢠Eine drei- bis vier-stellige Id (en. Identification, dt. Identifikation oder Kennung) im internationalen Morsecode
⢠optional einen Voice-Channel auf dem z. B. das ILS identifziert wird, z. B. âThis is Frankfurt twenty five leftâ beim ILS 25L in Frankfurt am Main.
Optional kĂśnnen ILS-LLZ auĂerhalb von Âą35° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte auch noch folgende, weitere Signale abstrahlen, die zur FĂźhrung zum ILS-LLZ dienen:
⢠âOut Of Course Clearanceâ-Signale bis Âą180° bezogen auf die verlängerte Landebahn-Mitte mit bis zu 10 NM (ursprĂźnglich 17 NM) Reichweite.
⢠Back Course, fĂźr den jedoch ICAO, anders als beim âILS-LLZ onlyâ, Anflugverfahren (also ohne ILS-GP) keine Standardisierung von Anflugverfahren vorsieht. In der Anzeige auf dem ILS-Indicator sind im Back-Beam die Anweisungen âFliege linksâ und âFliege rechtsâ vertauscht, da die 90-Hz- und 150-Hz-Information im Back-Beam ebenfalls vertauscht sind. Die Nutzung des Back-Course eines ILS-LLZ ist nicht von ICAO standardisiert und kann nur als Anflughilfe verwendet werden und auch nur dann wenn der ILS-Empfänger und -Indicator Ăźber die MĂśglichkeit verfĂźgt, damit durch DrĂźcken des (sofern vorhandenen) B/CRS-Buttons die 90-Hz- und 150-Hz-Information vertauscht wird. Nur so kann die Kursinformation des ILS-LLZ korrekt genutzt werden. Zeitweise wurde auf diese Weise das optional abgestrahlte Back-Beam-Signal eines ILS-LLZ fĂźr einen Quasi-âILS-LLZ Onlyâ-Anflug verwendet, wenn fĂźr die benĂśtigte Anflugrichtung kein ILS-LLZ zur VerfĂźgung steht. Eine solche Nutzung kommt weltweit noch vereinzelt zur Nutzung, in Europa jedoch nicht mehr.
⢠ILS-Glide-Path (ILS-GP) und den hierzu notwendigen Monitorempfängern fßr die vertikale Fßhrung auf einem vorgegebenen Gleitwinkel bis zum Aufsetzpunkt auf der Landebahn. Der Gleitwinkel kann zwischen 2° und 4° bezogen auf die Horizontale liegen, wobei aber nur wenige ILS nicht einen Gleitwinkel um die 3° nutzen. Der ILS-GP strahlt dabei bezogen auf den Aufsetzpunkt und ¹8° bezogen auf die verlängerte Landebahnmitte mit bis zu 10 NM nutzbarer Reichweite ab. Abweichend von ICAO-Vorgaben gibt es in Frankfurt am Maincite-ref-4[2.1] und Mßnchencite-ref-5[2.2] ILS-GP, die auch bis 15 NM fßr Anflugverfahren freigegeben sind. Anmerkungen: ILS-Glide-Path ist die von ICAO seit 1950 in ICAO Annex 10 (derzeit Annex 10 Volume I) und auch in der EUROCAE MOPS ED47Bcite-ref-13-6-0[3] verwendete Bezeichnung, während in US-Dokumenten von ARINCcite-ref-8[4.1] und RTCAcite-ref-19-9-0[5] fßr ILS-GP-Empfänger die Bezeichnung ILS-Glide Slope, abgekßrzt ILS-GS, oder kurz G/S verwendet wird.
Zur Erkennung des Abstandes bis zum Aufsetzpunkt werden entweder je ein
⢠Outer Marker (OM) im Abstand von 7200 m Âą300 m zum Aufsetzpunkt, der vertikal nach oben strahlt und nur beim Ăberflug empfangbar ist.
⢠Middle Marker (MM) im Abstand von 1050 m Âą150 m zum Aufsetzpunkt, der vertikal nach oben strahlt und nur beim Ăberflug empfangbar ist.
⢠Inner Marker (IM) kurz vor der Landebahnschwelle sind zwar noch standardisiert, finden aber, wenn ßberhaupt noch, so gut wie gar nicht mehr Verwendung,
und/oder
Contents
⢠Anflugbefeuerung
⢠Geschichte
⢠Frequenzen
⢠ILS-LLZ
⢠ILS-GP
⢠ILS-Marker
⢠ILS/DME
⢠ILS/MLS/DME
⢠ILS-LLZ
⢠ILS-GP
⢠ILS/DME (DME/N)
⢠ILS/MLS/DME
⢠ILS-Signale
⢠ILS-Komponenten
⢠ILS-LLZ
⢠ILS-DME
⢠Anflugbefeuerung
⢠Bordkomponenten
⢠ILS-Kategorien
⢠Sonderfälle
⢠Siehe auch
⢠Weblinks
⢠Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Anflugbefeuerung
⢠DME/N (Distance Measuring Equipment - Narrow Spectrum) fßr die Messung der Schrägentfernung (engl. Slant Range Distance) zwischen dem Flugzeug zu einem definierten Punkt auf der Landebahn, z. B. dem Aufsetzpunkt, oder aber auch auf halber Länge der Landebahn, wenn das DME/N fßr beide mÜglichen Anflugrichtung verwendet werden soll. DME/N kÜnnen dabei mit einer omnidirektionalen Abstrahlung betrieben werden oder mit einer gerichteten Abstrahlung nur den Anflugbereich bis zu ¹35° bezogen auf die verlängerte Landebahnmitte bis zu 25 NM Reichweite abdecken.
Anmerkungen zur Abbildung âILS Standard Characteristics and Terminologyâ:
⢠Die Darstellung der Breite des ILS-GP im Azimut ist zur besseren Verständlichkeit mit 10° Breite ßbertrieben dargestellt, da die ILS-GP-Breite im Azimut gemäà ICAO Annex 10 auf 10°¹8° und nicht ¹10° bezogen auf die verlängerte Landebahnmitte definiert ist.
⢠Die angegebene vertikale Breite ober- und unterhalb der ILS-GP-Mitte wurde in ICAO DOC-8071 zwischen 0.8° und 1,5° Breite (full scale limits, symmetrical about axis) angegeben.cite-ref-11-1[6.1] Dargestellt werden ¹0.6° aus internen Schulungsunterlagen der ehemaligen Bundesanstalt fßr Flugsicherung (BFS), während US-FAA ¹0.7° verwendet.
⢠Die bei ILS-LLZ-Anflßgen betrieblich (bzw. operativ) maximal nutzbare Reichweite und im Azimutwinkelbereich kann je nach Flugplatz, Runway (RWY), Anflugrichtung und verwendeter ILS-Anlage, Bebauung und Gelände auch kleiner sein als die in ICAO Annex 10 fßr typische ILS-Installationen angegebene Coverage (dt. Abdeckung), z. B. durch Reflektionen an Gebäuden, Abschattungen durch Bebauung und/oder Gelände bedingte Einschränkungen, wie Hßgel oder Berge, wofßr geeignete 1f- oder 2f-ILS-LLZ-Anlagentyp zum Einsatz kommen, um den Einfluss von Reflektionen auf die Kursgenauigkeit zu minimieren.
⢠Die operativ bei ILS-GP-AnflĂźgen maximal nutzbare Reichweite und im Azimutwinkelbereich, als auch vertikal im Elevationswinkelbereich kann, je nach Flugplatz, Runway, Anflugrichtung und verwendeter ILS-Anlage, Bebauung und Gelände, auch kleiner sein, als die in ICAO Annex 10 fĂźr typische ILS-Installationen angegebene Coverage (dt. Abdeckung), z. B. durch Bebauung und/oder Gelände bedingte Einschränkungen, wie z. B. abfallendes Gelände, HĂźgel oder Berge, wofĂźr geeignete 1f- oder 2f-Anlagentyp des ILS-GP zum Einsatz kommen, um den Einfluss von Reflektionen auf die Genauigkeit des Gleitweges zu minimieren. In Einzelfällen sind ILS-GP auch fĂźr grĂśĂere Reichweiten freigegeben, z. B. 15 NM in Frankfurtcite-ref-15[8.1] und MĂźnchencite-ref-16[8.2]
⢠Auch wenn fĂźr Verfahren weder âILS Out Of Course Clearanceâ genutzt werden oder fĂźr âILS Back Beamâ keine Verfahren erstellt werden, werden diese bei vielen ILS-LLZ-Antennen-Arrays dennoch abgestrahlt. Je nach verwendetem Antennentyp, z. B. V-Dipole, werden âILS-LLZ Out Of Course Clearanceâ oder ein âILS Back Beamâ abgestrahlt ohne dass es aus Bildern des ILS-LLZ-Antennen-Arrays direkt ersichtlich ist, im Gegensatz zu eindeutigen Fällen, wenn z. B. wie dargestellt, zusätzlich zum âILS-LLZ Courseâ-Antennen-Array ein separates âILS-LLZ-Clearanceâ-Antennen-Array aus V-Dipolen oberhalb oder hinter dem ILS-LLZ-Antennen-Array aufgebaut ist, welche ein âOut Of Course Clearance Signalâ bis Âą180° bezogen auf die verlängerte Landebahnmitte abstrahlt.
⢠Auch wenn eine ILS-LLZ-Anlage einen âBack Beamâ abstrahlt, ist dieser nicht fĂźr ICAO-Standard-Verfahren nutzbar, da die 90-Hz- und 150-Hz-Signale vertauscht sind und somit die Anweisung âFly Leftâ/âFly Rightâ auch vertauscht sind. Hierdurch fĂźhren die Anweisungen des ILS-LLZ-Indicators nicht auf die verlängerte Mitte der Landebahn. Bei manchen ILS-LLZ-Empfängern und -Indikatoren war frĂźher Ăźber einen Schalter eine Vertauschung der 90 Hz/150 Hz-Signale im Empfänger mĂśglich, wodurch bei Nutzung des âBack Beamsâ der ILS-LLZ-Indicators wie bei einem âILS-LOC only Approachâ korrekte Anzeige âFly Leftâ/âFly Rightâ mĂśglich war. Wie aus der Darstellung ersichtlich, wird in der Gegenanflugrichtung kein âILS-GP Back Courseâ abgestrahlt. Dass dies nicht sinnvoll wäre, ist dadurch zu erklären, dass selbst wenn in der entgegengesetzten Anflugrichtung ein Signal abgestrahlt wĂźrde, dieses Signal ein Luftfahrzeug nicht wie Ăźblich zur Landebahnschwelle (engl. Threshold), sondern an das entgegengesetzte Ende der Landebahn, wo der Antennenmast steht, fĂźhren wĂźrde. Dadurch wĂźrden von der eigentlich zur Landung verfĂźgbaren Länge der Landebahn nur noch ca. 280 m bis zum Ende der Landebahn verbleiben.
⢠DME/N kÜnnen sowohl omnidirektional-strahlende Antennen (360°), bi-direktionale-strahlende Antennen (in beide mÜglichen Anflugrichtungen strahlend), als auch direktional-strahlende (gerichtet in eine Richtung strahlende) Antennen, die nur den Anflugbereich im Segment von ¹35° bezogen auf die verlängerte Mitte der Landebahn abdecken, verwenden. DME/N-Antennen mßssen nicht zwingend, wie in der Abbildung dargestellt, auf dem ILS-GP-Antennenmast angebracht sein.
⢠Die Geräte fßr ILS-LLZ, ILS-GP und Monitor kÜnnen anstelle, wie in der Abbildung dargestellt, auch in einem Shelter unterirdisch untergebracht sein.
⢠Die Farbe des OM-Marker-Lichts war ursprĂźnglich âPurpleâcite-ref-17[6.2] und wurde später auf Blau abgeändert
⢠Die Durchflugzeit durch die vertikal abgestrahlten Antennenkeulen der Marker ist abhängig von der Ground Speed (dt. Boden-Geschwindkeit) des Luftfahrzeuges und der verwendeten vertikalen Breite der Antennenkeule der Antennen.
Fßr Landungen nach Instrumentenflugregeln (IFR, englisch Instrument Flight Rules) mßssen Luftfahrzeuge gemäà der Flugsicherungsausrßstung-Verordnung, FSAVcite-ref-19[9.1] mit den geforderten Bordgeräten und Anzeigeinstrumenten fßr Kapitän und Co-Pilot ausgerßstet sein.
Wenn im Luftfahrzeug der Autopilot (sofern vorhanden) aktiviert wird, kann der Anflug auch teilweise oder komplett automatisch durchgefĂźhrt werden.
Geschichte
Vor der Entwicklung von ILS, die mittels Funkwellen dem Luftfahrzeugfßhrer einen Anflug auf einen Flugplatz ermÜglichten, gab es verschiedene andere Ansätze.
Im Deutschen Reich der Weimarer Republik erprobte ab 1931 die Deutsche Luft Hansa (ab 1933 Deutsche Lufthansa) das ZZ-Verfahren fßr Landungen bei schlechter Sicht. Dieses erste bodengestßtzte Landesystem war zeitaufwendig und erforderte hohen Einsatz von Pilot und Bodenpersonal. Die Peilstelle des Flughafens musste während des gesamten Anflugs Informationen an den Piloten bzw. Navigator ßbermitteln.
In den USA wurde 1928 mit der Entwicklung eines ersten ILS-Systems im Auftrag des Bureau of Standards for the Aeronautics Branch of the Department of Commerce begonnen. Die erste erfolgreiche Landung erfolgte am 29. September 1929 auf dem Flugplatz Mitchell Field. In den folgenden Jahren wurde das Instrumentenlandesystem weiterentwickelt.cite-ref-21[10.1]
Anfang der 1930er Jahre entwickelte die Berliner C. Lorenz AG ein automatisiertes Verfahren, das kein Bodenpersonal benĂśtigte. Die C. Lorenz AG installierte 1932 das erste dieser Lande-Funkfeuer (LFF, auch âLorenzbakeâ genannt) am Flughafen Berlin-Tempelhof. Im Gegensatz zu heutigen ILS, die bezogen auf den Aufsetzpunkt einer Landebahn die Signale abstrahlen, war der Bezug der Lorenz Ultrakurzwellen-Funkbake die Rollfeldgrenze eines Flughafens, da Flugplätze damals nur in wenigen Fällen Ăźber eine Landebahn (englisch runway, RWY) verfĂźgten. Ein weiterer Unterschied ist die Verwendung von Antennen mit vertikaler Polarisation, während das heute von ICAO standardisierte ILS-System-Antennen mit horizontaler Polarisation verwendet.cite-ref-22[7.2] Dieses Landefunkfeuer bot mit dem Landekurssender zuerst lediglich eine laterale (d. h. seitliche) FĂźhrung. Zusätzlich waren zwei Einflugzeichensender (Vor- und Haupt-Einflugzeichen, VEZ und HEZ) zur Signalisierung der Rollfeldgrenze in bestimmter Entfernung vor dieser aufgestellt. Ein Gleitpfad (en. Glide Path) zur vertikalen FĂźhrung wurde zuerst noch nicht separat signalisiert. In den Folgejahren wurde auch noch an einem Gleitweg zur vertikalen FĂźhrung gearbeitet und 1937 wurde ein Patent âzur Erzeugung einer geradlinigen GleitwegfĂźhrung fĂźr Flugzeuglandezweckeâ vom Reichspatentamt erteilt.cite-ref-23[11]
Das Lorenz-System lieferte dem Piloten einen durchgehenden Ton, wenn er sich innerhalb weniger Grad links und rechts der verlängerten Anfluggrundlinie befand, bei einer Kursbreite von 6°.cite-ref-24[10.2] Links davon waren Punkte mit 1/7 der Dauer eines Striches zu hĂśren, während rechts davon die Striche die 7-fache Länge eines Punktes hatten. Zur Bestimmung der Entfernung der Anfluglinie gab es einen Outer-Marker (OM, dt. AuĂen-Marker) in 3000 m Entfernung, sowie einen Innen-Marker (IM) in 300 m Entfernung. 1937 war das Lorenz Landesystem an deutschen Flughäfen, in Europa in London, Paris, Mailand, Stockholm, Warschau, Wien und ZĂźrich, sowie in Japan und Russland im Einsatz. Die Nutzung weiterer Systeme in Australien, SĂźdamerika und SĂźdafrika war in Vorbereitung.cite-ref-25[12]
Die deutsche Luftwaffe stattete Ende der 1930er Jahre ihre Flugplätze und die grĂśĂeren zweimotorigen Maschinen mit Lorenz-Anlagen aus (siehe auch: Lorenz Funknavigations- und Landesysteme). Im FrĂźhjahr 1941 fĂźhrten in Deutschland die Askania-Werke mit einer Junkers Ju 52/3m erste erfolgreiche Versuche mit einem vollautomatischen Landesystem durch. Das System wurde während des Zweiten Weltkriegs nicht weiterentwickelt.
Die Entwicklung eines weiteren in den USA standardisierten ILS-Systems begann im Mai 1938 mit einer Ausschreibung der U.S. CAA (U.S. Civil Aeronautics Authority). Die Anforderungen wurden zuvor bereits am 17. Dezember 1937 von der RTCA (Radio Technical Committee for Aeronautics) auf ihrem 6. Meeting definiert, aufbauend auf den vorherigen ILS-Versionen mit den neuesten damals verfĂźgbaren Elektro-Standards (State of the Art). Der Auftrag ging an die International Telephone Development Company, Inc, die eine ILS-Testanlage bestehend aus ILS-Lokalizer (108 MHz bis 112 MHz), ILS-Gleitweg (damals noch 92 MHz bis 96 MHz) und ILS-Marker (75 MHz) in Indianapolis aufbaute. Es wurden Ăźber 50 erfolgreiche âHooded Landingsâ mit den Flugzeugtypen Douglas DC3, Boeing 247 und Waco N durchgefĂźhrt.cite-ref-26[10.3]
Die Praxistauglichkeit des dort entwickelten ILS wurde am 26. Januar 1938 bewiesen, als eine Boeing 247 nach einem Flug von Washington, D.C. nach Pittsburgh (Pennsylvania) während eines Schneesturms landete und die Piloten sich dabei ausschlieĂlich auf das ILS verlassen mussten.
Ein weiterer Entwicklungsschritt in den USA zum heutigen ILS-System, das schon weitestgehend dem ersten im ICAO Annex 10 Standardcite-ref-2-1[1.1] definierten ILS-System entsprach, war das transportable ILS SCS-51, welches damals auch als (CAA-)RTCA ILS bezeichnet wurde.cite-ref-28[13.1] Fßr den Landekurssender des ILS SCS-51 nutzte man eine Kombination aus 5 einzelnen Alford-Loop-Antennencite-ref-7-29-0[14] die auf dem Dach eines LKW montiert waren, während der Gleitwegsender an einem Mast montiert war.cite-ref-30[13.2] Die US CAA unternahm ebenfalls Versuche mit einer ILS-Landekurs-Antenne, die aus 9 einzelnen Alford-Loop-Antennen bestand.cite-ref-31[13.3]
Frequenzen
landekurssender Alle Frequenzen und Kennungen (engl. Identifications, ID) fßr ICAO Flugnavigationsfunkanlagen werden im Rahmen der Frequenzkoordinierung international koordiniert. In Europa ist dafßr die European Air Navigation Planning Group - Frequency Management Group der ICAO (ICAO EANPG FMG) zuständig. Dadurch wird sichergestellt, dass es bei der Flugdurchfßhrung innerhalb des verÜffentlichten DOC-Volumens (Designated Operational Coverage), keine StÜrungen durch die Signale anderer ILS-Anlagen gibt, die sich innerhalb des Radiohorizonts des Flugzeuges befinden. Ferner wird durch die Frequenzkoordinierung auch sichergestellt, dass sich die Kennungen der ILS-Anlagen nicht wiederholen. Die Planungskriterien fßr die Frequenzen sind im ICAO European Frequency Management Manual, dem ICAO EUR Doc-011 festgeschrieben und werden und werden, falls nÜtig, jährlich angepasst.cite-ref-32[15]
ILS-LLZ
ILS-Landekurssender (engl. Instrument Landing System LocaLiZer), abgekĂźrzt ILS-LLZ, wurden frĂźher auch ILS-LOC (engl. fĂźr ILS-LOCator) abgekĂźrzt. Da die AbkĂźrzung LOC zu einer Verwechslung eines ILS-LLZ mit einem als Locator genutzten NDB (en. Non Directional Beacon) fĂźhren kann, ist die Verwendung LOC nur noch selten in Dokumenten zu finden, z. B. âILS-LOC only Approachâ.cite-ref-34[16.1]
ILS-LLZ senden im VHF-Frequenzband zwischen 108,00 und 112,00 MHz auf Frequenzen mit 50 kHz Abstand. Sie nutzen Kanäle auf ungeraden 100 kHz-Frequenzen zwischen 108,10 MHz und 111,95 MHz (108,10 MHz, 108,15 MHz, 108,30 MHz usw.).cite-ref-35[7.3] Während bei 1f-ILS-LLZ der Träger auf der nominellen Kanalmitte senden, werden bei 2f-ILS-LLZ-Systemen das Course- und das Clearance-Signal als zwei separate Signale abgestrahlt, wobei die Trägermittenfrequenz des Course- und des Clearance-Signals mindestens 5 kHz und maximal 14 kHz ober- und unterhalb der nominellen Mitte eines ILS-Kanals abgestrahlt werden.cite-ref-36[7.4]
Sofern es sich um sogenannte 2f ILS-LLZ Anlagen handelt, werden zwei separate ILS-LLZ-Signale innerhalb eines 50 kHz breiten ILS-Kanals ausgesendet, dies sind das ILS-LLZ-Course-Signal mit bis zu 25 NM innerhalb Âą10° der verlängerten Landebahn Mitte und das bezogen auf das ILS-LLZ-Signal um 10 dB (entspricht Faktor 10) schwächere ILS-LLZ-Clearance-Signalcite-ref-37[7.5] mit bis zu 17 NM zwischen 10° bis 35° und â10° bis â35° der verlängerten Landebahnmitte. Damit nur das jeweils stärkere Signal das schwächere Signal aufgrund des Capture Effects stĂśrungsfrei unterdrĂźcken kann, darf der Frequenzabstand zwischen beiden Trägern min. 5 kHz und max. 14 kHz nicht unter- bzw. Ăźberschreiten.cite-ref-36-1[7.4]
Das Frequenzband wird auch von VOR (VHF-Omnidirectional-Range), (D)VOR (Doppler VOR) und VOT (VOR Test) genutzt, die im Bereich 108,00 bis 111,85 MHz auf geraden 100-kHz-Frequenzen (108,00 MHz, 108,05 MHz, 108,20 MHz usw.) sendencite-ref-38[7.6] und zwischen 112,00 MHz bis 117,95 alle Frequenzen nutzen. Zusätzlich ist der Bereich 108,025 MHz bis 117,975 MHz fßr die Nutzung von GBAS (Ground Based Augmentation System) in 25 kHz Kanalabstand verfßgbar.cite-ref-39[7.7]
ILS-GP
Nur direkt im VHF-Frequenzbereich benachbarte ILS-LLZ-Frequenzen, z. B. 108,10 MHz und 108,15 MHz sind auch im UHF-Bereich direkt benachbarte Frequenzen, z. B. 334,70 MHz und 334,55 MHz.
ILS-Marker
ILS/DME
ILS/MLS/DME
Ferner ist prinzipiell auch eine Dreifach-Paarung (engl. Triple Pairing) zwischen einem ILS, MLS (Microwave Landing System) und DME/N zu einem ILS/MLS/DME von ICAO in ICAO Annex 10 vorgesehen.cite-ref-43-1[7.11] ILS/MLS/DME kamen bisher aber nur selten an wenigen Flugplätzen, z. B. Tests fßr die Genauigkeit von ILS, MLS und DGPS (Differential GPS eine Vorversion von GBAS) bei Landungen in Mßnchen und London Heathrow,cite-ref-44[17] zum Einsatz. MLS senden im Frequenzbereich zwischen 5000 und 5150 MHz. Unabhängig davon, kann in Europa aufgrund von Frequenzknappheit (engl. Frequency Congestion) derzeit, wenn ßberhaupt noch, keine freien Frequenzen fßr ein Tripple-Pairing gefunden werden.
Nach erfolgreicher internationaler Frequenzkoordinierung, technischer und operativer Freigabe werden die Daten der ILS-Anlagen inklusive deren Sendefrequenzen unter anderem in Luftfahrtkarten und der IFR-AIP (Luftfahrthandbuch) verĂśffentlicht.
Identification (Kennung)
Damit der Pilot eindeutig feststellen kann, mit welchen Navigationsanlagen er navigiert, strahlen Instrumentenlandesysteme und die dazu gepaarten Anlagen, mit Ausnahme des Gleitwegsenders, mit ihren Signalen Kennungen (engl. Identification, ID) aus.cite-ref-17-45-0[18] Durch die (bereits oben erwähnte) internationale Koordinierung wird die Eindeutigkeit dieser Kennungen innerhalb des Radiohorizonts sichergestellt.
ILS-LLZ
Die ILS-LLZ-Anlagen nutzen eine Kennung aus bis zu vier Zeichen, die mit Hilfe eines Morse-Codecite-ref-17-45-1[18] durch Tastung eines 1020-Hz-Tons abgestrahlt werden.cite-ref-46[7.12] Sofern 4 Zeichen zur Identifizierung verwendet werden, ist das 1. Zeichen ein âIâ, so wird z. B. die 3-stellige Identifikation âFSWâ, als 4-stellige Identification zu âIFSWâ. Optional ist auch die Aufsprache, z. B. âThis is Frankfurt ILS 25Lâ Ăźber den Voice Channel eines ILS-LLZ mĂśglich, wird aber nur noch selten genutzt.cite-ref-47[7.13]
ILS-GP
ILS-GP-Sender strahlen keine eigene Kennung aus. Daher sind Piloten zur Identifizierung der Anlage auf die Kennung des frequenzgepaarten ILS-LLZ angewiesen.
VHF-Marker-Beacons
VHF-Marker-Beacons, die in einem ILS-System genutzt werden, senden alle auf der gleichen Frequenz (75 MHz). Die ausgestrahlte Kennung ist nur während des Ăberfluges hĂśrbar:
⢠ILS-OM: ILS-OM-Beacons senden 2 Striche pro Sekunde, die durch Tastung eines 400-Hz-Tons erzeugt werden. Die Tastgeschwindigkeit wurde mit 2 Strichen pro Sekunde definiertcite-ref-48[7.14]
⢠ILS-MM: ILS-MM-Beacons senden dauerhaft abwechselnd Punkte und Striche aus, die durch Tastung eines 1.300-Hz-Tons erzeugt werden. Die Tastgeschwindigkeit wurde mit 2 Strichen pro Sekunde und 6 Punkte pro Sekunde definiert.cite-ref-49[7.15]
⢠ILS-IM: ILS-MM-Beacons senden 6 Punkte pro Sekunde, die durch Tastung eines 3.000-Hz-Tons erzeugt wird. Die Tastgeschwindigkeit wurde mit 6 Punkten pro Sekunde definiert.cite-ref-50[7.16]
ILS/DME (DME/N)
Sofern ein DME/N mit einem ILS-System frequenzgepaart ist, muss das DME/N die ID des ILS-LLZ entsprechend den Vorgaben fĂźr DME abstrahlen. Bei einer ILS-LLZ-ID mit drei Buchstaben von z. B. âFSWâ, muss das frequenzgepaarte DME auch die ID âFSWâ abstrahlen und bei einer ILS-LLZ-ID mit vier Buchstaben, wobei der erste Buchstabe immer ein âIâ sein muss, die ID âIFSWâ.
ILS/MLS/DME
ICAO hat auch das Tripple Pairing zwischen einem ILS, einem DME/N und einem MLS definiert. Dies kommt aber bisher nur an wenigen Flugplätzen vor, z. B. fĂźr Tests zum Vergleich der Genauigkeit von ILS, MLS und DGPS bei Landungen in MĂźnchen und London Heathrow. Da in ICAO Annex 10 aber der erste Buchstabe bei MLS-Anlagen fest als ein âMâ definiert wurde, wĂźrde wenn das ILS z. B. die Kennung âFSWâ oder âIFSWâ abstrahlt das MLS dennoch die Identifikation âMFSWâ aussenden.
ILS-Signale
ILS-LLZ: CDSB-Amplitudenmodulations-Signale, Erzeugung der DDM im Fernfeld des ILS-LLZ-Antennen-Arrays
Bei einem 1-Frequenz ILS-LLZ werden zur Erzeugung der DDM im Raum jeweils zwei Sender benĂśtigt.
Der erste Sender erzeugt ein mit 90 Hz moduliertes AM-CDSB-Signal (en. Amplitude-Modulation-Carrier Double-Sideband-Signal) bei dem der Träger, dessen Frequenz fc beträgt, mit einem 90-Hz-Ton amplitudenmoduliert wird. Der zweite Sender erzeugt ein mit 150 Hz moduliertes CDSB-Signal (en. Carrier Double-Sideband-Signal) bei dem der Träger, dessen Frequenz fc beträgt, mit einem 150-Hz-Ton-Signal amplitudenmoduliert ist, das phasenstarr an das 90-Hz-Ton-Signal gekoppelt ist. Zusätzlich wird auf beide CDSB-Signale alle 30 bis 40 Sekunden die Kennung als Morsecode aufmoduliert. Dieser besteht aus einem ein- bzw. aus-getasteten 1020-Hz-Ton. Optional kann ferner ein Sprachkanal mit einem Frequenzgang von 300 bis 3000 Hz aufmoduliert werden.
Durch Kombination beider CDSB-Signale in einem Ringkoppler liegen am ersten Ausgang ein mit 90 Hz, 150 Hz, der 1020-Hz-Kennung und dem optionalen Voice-Channel modulierten ein AM-CDSB-(Amplitude-Modulation-Carrier-Double-Sideband) Signal, während am zweiten Ausgang ein AM-DSBSC- (en. Amplitude-Modulation-Double-Sideband-Suppressed-Carrier) Signal anliegt, als auch mit 90 Hz, 150 Hz, der 1020-Hz-Id und dem optionalen Voice-Channel moduliert ist.
Bei 2-Frequenz-ILS-LLZ-Systemen werden dementsprechend vier Sender benĂśtigt.
Die DDM (en. Difference in Depth of Modulation) entsteht erst im Fernfeld eines ILS-LLZ-Antennen-Arrays. Hierzu werden die Antennen jeweils mit anderer Phase und Amplitude aus dem CSB- und dem CSO-Sendern gespeist. Je nach Position im Raum in Bezug auf die verlängerte Runway Center Line variiert das DDM in der Horizontalen. Entlang der verlängerten Anfluggrundlinie (en. Runway Center Line) sind die Modulationsgrade des 90-Hz- und des 150-Hz-Tons gleich. Beim Anflug links davon ßberwiegt der Modulationsgrad des 90-Hz-Tons und rechts davon ßberwiegt der Modulationsgrad des 150-Hz-Tons.
Der CSB und CSO werden immer mit einem 90-Hz- und einem 150-Hz-Ton moduliert. DafĂźr ist fĂźr den 90-Hz- und den 150-Hz-Ton ein Modulationsgrad zwischen m = 0,18 und m = 0,22 (entspricht 18 % und 22 % Modulationsgrad) festgelegt.cite-ref-51[7.17]
Zusätzlich wird alle 30 bis 40 Sekunden eine Identifikation, die aus bis zu vier Zeichen im Morsecode bestehen kann, ausgestrahlt. Hierzu wird ein 1020-Hz-Ton durch OOK (engl. On Off Keying) moduliert. Bei Nutzung von vier Stellen ist das erste Zeichen immer ein âIâ. Der Morsecode wird durch Ein-/Aus-Tastung eines 1020-Hz-Tons mit CDSB-Amplitudenmodulation erzeugt, wobei ein Modulationsgrad zwischen m = 0,05 und m = 0,15 (entspricht 5 % und 15 % Modulationsgrad) festgelegt wurde.cite-ref-52[7.18]
Optional kann zusätzlich ein Voice-Channel (dt. Sprachkanal) ausgestrahlt werden, wobei der Frequenzgang auf 300 bis 3000 Hz begrenzt ist und der Modulationsgrad nicht m = 0,5 (entspricht 50 % Modulationsgrad) ßberschreiten darf.cite-ref-47-1[7.13]
| ILS-Komponente | Modulationssignale | HF-Spektrum des empfangenen CDSB-modulierten ILS-LLZ Signals am Eingang des ILS-GP-Bordempfängers |
|---|---|---|
| 1f ILS-LLZ | | |
ILS-GP: CDSB Amplitudenmodulations-Signale, Erzeugung der DDM im Fernfeld des ILS-GP-Antennen-Arrays
FĂźr ein ILS-GP werden zur Erzeugung der DDM im Raum jeweils zwei Sender benĂśtigt.
Der erste Sender erzeugt das sogenannte CSB (en. Carrier Sideband Signal) Signal bei dem der Träger, dessen Frequenz fc beträgt, mit zwei TÜnen amplitudenmoduliert wird. Die Modulationsart ist CDSB (en. Carrier Double Side Band). Der zweite Sender erzeugt das sogenannte SBO (en. Side Band Only) Signal bei dem eine Amplitudenmodulation mit zwei Seitenbändern, die mit einem 90-Hz- und 150-Hz-Ton moduliert sind, erzeugt werden, jedoch wird kein Träger erzeugt und ausgestrahlt, Modulationsart DSB-SC (engl. Double Side Band -Suppressed Carrier). Bei 2f-ILS-GP-Systemen werden dementsprechend vier Sender benÜtigt.
Die DDM (engl. Difference in Depth of Modulation) entsteht erst im Fernfeld eines ILS-GP-Antennen-Arrays. Hierzu werden die Antennen jeweils mit anderer Phase und Amplitude aus dem CSB- und dem CSO-Sendern gespeist. Je nach Position im Raum in Bezug auf die verlängerte RWY Center Line variiert das DDM in der Vertikalen. In der verlängerten Anfluggrundlinie (engl. Runway Center Line) ist der Modulationsgrad des 90-Hz- und des 150-Hz-Tons bei dem vorgegebenen Gleitwegwinkel gleich, beim Anflug darßber ßberwiegt der Modulationsgrad des 90-Hz-Tons und darunter der Modulationsgrad des 150-Hz-Tons.
| ILS-Komponente | Modulationssignale | HF-Spektrum des empfangenen CDSB-modulierten Signals am Eingang des ILS-GP-Bordempfängers |
|---|---|---|
| 1f ILS-GP | | |
ILS-Marker: CDSB-Amplitudenmodulations-Signale
Bei allen ILS-Marker wird der Träger, dessen Frequenz fc beträgt, jeweils mit einem Ton (OM = 400 Hz, MM = 1300 Hz und IM = 3000 Hz) amplitudenmoduliert, Modulationsart CDSB (en. Carrier Double Side Band). Jeder der TĂśne wird durch OOK (Ein-, Aus-Tastung) moduliert und durch eine Folge von âdahsâ (beim Outer Marker), âdit-dahâ (beim Middle Marker) oder âditsâ (beim Inner Marker) eindeutig identifiziert. Ăhnlich wie bei pulsmodulierten Modulationsarten entstehen beim On Off Keying (OOK) eines Tons auch Seitenbänder. Deren Breite ist abhängig von An-, Abfallzeit und Einschaltdauer ähnlich dem Spektrum von Pulsen variiert und das Hochfrequenz-Spektrum gegenĂźber, nicht mit OOK modulierten TĂśnen, geringfĂźgig verbreitert.
| ILS-Komponente | Modulationssignal | HF-Spektrum des CDSB-modulierten Signals |
|---|---|---|
| ILS-MM | | |
| ILS-MM | | |
ILS-Komponenten
Ein 1f-ILS-System (ILS mit einer Sendefrequenz) besteht aus maximal fĂźnf aktiven Sendern (ILS-LLZ, ILS-GP, IM, MM, OM) und Reservesendern, die im StĂśrungsfall verzĂśgerungsfrei den Betrieb des gestĂśrten Senders Ăźbernehmen. ILS-LLZ und ILS-GP bestehen intern aus weiteren Sendern, deren Signale kombiniert werden: cite-ref-53[7.19]
⢠Landekurssender (engl. Localizer, LOC, alt LLZ), der die seitliche Abweichung des Landekurses bezogen auf die RWY-Mitte des anfliegenden Flugzeugs anzeigt.
⢠Gleitwegsender (engl. Glide Path, ILS-GP), der seine vertikale Abweichung vom idealen Gleitweg (welcher meist einen Gleitwinkel von 3° hat) anzeigt.
⢠IM (Inner-Marker).
⢠MM (Middle Marker).
⢠OM (Outer Marker).
Es wird dabei jweils ein Ersatzsender im Hot-Standby-Modus betrieben.cite-ref-53-1[7.19]
Bei 2f-ILS-Systemen (ILS mit zwei Frequenzen) erhÜht sich die Senderzahl auf maximal sieben Sender incl. Reservesendern, die im StÜrungsfall verzÜgerungsfrei den Betrieb des gestÜrten Senders ßbernehmen. ILS-LLZ und ILS-GP bestehen intern aus weiteren Sendern, deren Signale kombiniert werden.cite-ref-53-2[7.19] Bei 2f-ILS-Systemen werden zwei separate Sender, die zwei verschiedene Antennendiagramme verwenden, genutzt, z. B. beim ILS-LLZ wird ein schwächeres Signal fßr das Clearance-Signal und ein stärkeres Signal fßr das Course-Signal erzeugt. Aufgrund des Capture-Effects wird im ILS-LLZ- und ILS-GP-Empfänger das jeweils schwächere Signal der ILS-LLZ- oder ILS-GP-Sender ausreichend unterdrßckt. ICAO definiert, dass die Signalstärke des Trägers, in dessen Bereich sich ein Luftfahrzeug befindet, also bei ILS-LLZ-Course oder -Clearance, um mindestens 10 dB stärker sein muss, als der Träger des in der Frequenz benachbarten unerwßnschten Signals (z. B. einer anderen ILS-Anlage).cite-ref-54[7.20]
Zum Betrieb und Ăberwachung der ordnungsgemäĂen Funktion eines ILS-Systems werden, zusätzlich zu der in jedem Sender vorhandenen, internen Ăberwachungseinrichtung weitere externe Ăberwachungsempfänger benĂśtigt. Diese Monitor-Empfänger Ăźberwachen die abgestrahlten Signale und schalten das gesamte System ab, wenn die Signale auĂerhalb einer festgelegten Toleranz liegen. Bei CAT-I-fähigen ILS-Anlagen wird ein NFM (Nahfeldmonitor) und bei CAT-II/III-fähigen ILS-Anlagen ein zusätzlicher Fernfeldmonitor, FFM gefordert.cite-ref-55[7.21]
Zur Signalisierung der Entfernung zum Landebahnanfang (Landeschwelle) kÜnnen bis zu drei Marker zum Einsatz kommen, die aber alternativ durch eine DME-Anlage ersetzt oder ergänzt werden kÜnnen.cite-ref-56[7.22] In Deutschland sind keine Inner-Marker mehr in Betrieb. Ferner werden, soweit operationell gefordert, die ILS-Anlagen auf ILS/DME-Systeme ohne Nutzung von Marker-Beacons umgestellt.cite-ref-57[8.3] Bei einem ILS/DME werden das Voreinflugzeichen (OM) und das Haupteinflugzeichen (MM) durch ein sogenanntes DME-Reading ersetzt. Bei Kombinationen eines ILS mit einem DME/N zu einem ILS/DME und bei Kombination von ILS, MLS und DME/N zu einem ILS/MLS/DME ist eine Frequenzpaarung gemäà ICAO Annex 10, Volume I, Table A zwingend erforderlich.cite-ref-43-2[7.11]
ILS-LLZ
ILS-LLZ-Sender
ILS-LLZ-Sender bestehen intern aus mehreren Sendern zur Erzeugung eines AM-Signals mit Träger und beiden Seitenbändern oder en. Carrier Side Band (CSB) und Seitenbänder ohne Träger oder en. Side Band Only (SBO). Bei 2-Frequenz-Landekurs-Systemen (2f-ILS-LLZ) werden weitere Sender fßr das Clearance-Signal benÜtigt, die alle in Amplituden und Phase gesondert in die einzelnen Antennen eines der ILS-LLZ-Antennen-Arrays eingespeist werden. Dabei werden Course- und Clearance-Signal getrennt, mindestens 5 kHz und max. 14 kHz ober- und unterhalb der nominellen Mitte eines ILS-Kanals abgestrahlt.cite-ref-36-2[7.4] Die unmodulierte Senderausgangsleistung der ILS-LLZ-Sender im Frequenzbereich von 108,10 MHz bis 111,95 MHz kann bei 1f-ILS-LLZ-Sendern bis zu 25 W und bei 2f-ILS-LLZ-Sendern bis zu 25 W betragen. Sie variiert jedoch u. a. auch mit dem Antennengewinn und Verlusten im Antennen-Koppelfeld und in den verwendeten Kabeln.
Zwei phasenstarr aneinander gekoppelte 90-Hz- (s. Punkt 1) und 150-Hz- (s. Punkt 2) Tongeneratoren (z. B. in historischen ILS-Anlagen mit zwei Tonrädern auf der Welle eines, mit 60 Hz-Wechselspannung betriebenen Motors) werden zur Modulation von zwei separaten Amplitudenmodulation-Carrier-Double-Side-Band- (AM-CSSB) Modulatoren eingesetzt. Zusätzlich erzeugt ein Kennungsgeber alle 30 s bis 40 s die dem ILS-LLZ zugeteilte Kennung mit einem Morse-Code mit bis zu vier Zeichen aus 1020-Hz-TÜnen. Optional kann auch noch ein Sprachkanal mit einer Bandbreite von 300 Hz bis 3000 Hz dem AM-CDSB-Modulator zugefßhrt werden.
Sowohl das mit 90 Hz modulierte AM-CDSB-Signal (s. Punkt 4), als auch das mit 150 Hz (s. Punkt 5) modulierte AM-CDSB-Signal werden durch Verstärkerstufen auf Ausgangsleistungen von bis zu 50 W Spitzenleistung (engl. Peak Envelope Power, PEP) verstärkt und einem Hybrid-Ring-Koppler zugefßhrt. An Punkt 9 stehen nach jeweils 90°-PhasenverzÜgerung durch zwei Ν/4-Koaxialleitungen, ein mit 90 Hz und 150 Hz moduliertes AM-CDSB-Signal an.
An Punkt 6 liegt das mit 90 Hz modulierte AM-CDSB-Signal (s. Punkt 4) mit 90° PhasenverzĂśgerung an, durch eine Îť/4-Koaxialleitungen verzĂśgert, während das mit 150 Hz moduliertes AM-CDSB-Signal an Punkt 7 mit 270° PhasenverzĂśgerung durch 3/4 Îť-Koaxialleitungen verzĂśgert wurde. Bezogen auf den mit 90 Hz modulierten Eingang wird das mit 150 Hz moduliertes AM-CDSB-Signal an Punkt 7 eine effektive PhasenverzĂśgerung von 180° gegenĂźber dem Signal an Punkt 6, wodurch sich durch Ăberlagerung der Signale von Punkt 6 und Punkt 7 ein AM-DSBSC (Amplitude Modulated Double Side Band Suppressed Carrier) sowohl der Träger unterdrĂźckt wird, während das AM-DSBCS-Signal aus dem 90 Hz Ton und einem um 180° phasenverzĂśgertem 150 Hz Ton besteht.
Zur Generierung des fßr den ILS-LLZ benÜtigten Strahlungsdiagramms wird das AM-CDSB-Signal der mittleren Antenne der Phased Array-Antenne zugefßhrt, während das AM-DSBSC-Signal den paarweise symmetrisch um die mittlere Antenne angeordneten Antennen zugefßhrt werden. Das AM-DSBSC-Signal der linken Antennen wird durch einen Hybrid-Ring um 90° und die der rechten Antennen um 270° phasenverschoben. Bezogen auf die linken Antennen sind die rechten Antennen damit um 180° phasenverschoben.
Zur Erzeugung des gewßnschten Antennendiagramms mßssen die einzelnen Antennenpaare mit zunehmend geringer Leistung gespeist werden. Dafßr wird die Leistung fßr die paarweise gespeisten Antennen jeweils in einem Lastverteiler einstellbar ausgekoppelt. Da die Breite bei 5 Punkten hinter der Landebahn eine Breite von ¹210 m haben muss, muss die Kursbreite abhängig von der der Landebahnlänge angepasst werden.
In einem Monitor werden die relevanten Parameter eines ILS-LLZ-Systems Ăźberwacht, z. B. Sendeleistung, Modulationsgrad, ID, damit die Werte innerhalb der in ICAO Annex 10, Volume I vorgegebenen Parameter liegen. FĂźr die Ăberwachung des abgestrahlten Signals werden sowohl Auskopplungen an den einzelnen Antennenelementen, als auch Antennen fĂźr den Near-Field- und Far-Field-Monitor aufgebaut.
ILS-LLZ-Antennen-Array
Ein ILS-LLZ-Antennen-Array besteht aus mindestens drei Antennen mit horizontaler Polarisationcite-ref-22-1[7.2] wenn diese im Brennpunkt eines parabol-fÜrmigen Reflektorscite-ref-59[19.1] stehen. Diese dienen zur Erzeugung des Antennendiagramms fßr die Abstrahlung der Course-Signale (dt. Kurs-Signale) bei der links der verlängerten RWY-Center-Line (dt. verlängerte RWY-Mittellinie) die Modulation des 90-Hz-Tons und rechts die Modulation des 150-Hz-Tons ßberwiegt. Auf der verlängerten Runway-Centerline ist der Modulationsgrad des 90-Hz- und des 150-Hz-Tons identisch. Sofern auch ein Clearance-Antennendiagramm erzeugt wird, werden mindestens fßnf Antennen-Elementen verwendet.
Bei 2f-ILS-LLZ-Systemen wird fßr die Abstrahlung des Clearance-Signale bzw. Omnidirectional Clearance ein weiteres separates Antennen-Array aus drei bis fßnf Antennen benÜtigt,cite-ref-60[19.2] welches entweder vertikal ßber dem fßr die Erzeugung des Course-Antennendiagramms verwendeten Antennen-Array, oder aber i. d. R. dahinter angeordnet sind. Neuere Designs von ILS-LLZ-Antennen-Arrays speisen einzelne Elemente des Course-Antennen-Arrays zusätzlich mit den, fßr die Erzeugung des (Omnidirectional)-Clearance-Antennendiagramms benÜtigten Signalen. Dabei wird das Course- und das Clearance-Signal getrennt mindestens 5 kHz und max. 14 kHz ober- und unterhalb der nominellen Mittenfrequenz eines ILS-Kanals abgestrahlt.cite-ref-36-3[7.4]
ILS-LLZ-Antennen-Arrays zur Erzeugung der jeweils benÜtigten Strahlungsdiagramme der Course- und (Omnidirectional)-Clearance-Antennen stehen circa 300 m auf der beim Landeanflug auf eine RWY (RunWaY) dem Aufsetzpunkt (en. Touch Down Point) gegenßberliegenden RWY-Seite, bzw. dem Aufsetzpunkt eines um 180° versetzten Anflugrichtung auf die gleiche RWY.
Anstelle der ursprßnglich als Standard verwendeten Alford-Loop-Antennencite-ref-21-1[10.1]cite-ref-7-29-1[14]cite-ref-61[19.3] wurden später verschiedene, horizontal polarisierte Antennen eingesetzt, um gerichtete ILS-LLZ-Abstrahlung zu ermÜglichen, z. B. Nutzung von Alford-Loop-Antennen im Brennpunkt eines parabol-fÜrmigen Reflektorscite-ref-10-62-0[20], oder lineare Arrays mit Alford-Loop-Antennencite-ref-10-62-1[20], Sloted-Wave-Guides-Antennen (Hornstrahler)cite-ref-10-62-2[20], bei dem ILS-LLZ Typ STAN-37,cite-ref-63[19.4] Logarithmisch-periodische Antennen,cite-ref-64[19.5] Yagi-Antennen, sowie einige seltenere Antennen-Designs, wie die Twin-Tee-Antennencite-ref-65[19.6], Travelling-Wave-Antennen,cite-ref-66[21]cite-ref-67[19.7] End-Fire-Travelling-Wave-Antennen,cite-ref-68[19.8] oder V-Ring-Antennen.cite-ref-69[19.9]
Durch die zunehmende Bebauung im Flughafenbereich kommt es zu Reflexionen am Terminal oder anderen Gebäuden, die zu StĂśrungen des Course-Signals fĂźhren. Daher wurden zunehmend schmälere Antennendiagramme fĂźr das Course-Signal verwendet, um Reflexionen zu minimieren. Da jedoch auch Reflexionen der (Omnidirectional)-Clearance-Signale zu Kurs-Verwerfungen (en. Scalloping) fĂźhren, begann ab circa 1951 die Entwicklung von 2f-ILS-LLZ-Systemen. Diese nutzten fĂźr die Abstrahlung der Course-Signale-Antennen-Arrays beim ILS vom Typ MRN-7 12 Îť/2-Dipol-Antennen mit vertikalem Reflektor fĂźr das Course-Antennendiagramm und drei weiteren, leicht erhĂśht aufgebauten, Antennen fĂźr die Erzeugung des Antennendiagramms der âOmnidirectional-Clearance-Antennenâ.cite-ref-70[22]cite-ref-71[19.10] Bei mancen ILS-Typen werden die Îť/2-Dipol-Antennen auch in einem Winkel-Reflektor platziert, um EinflĂźsse vom Boden zu minimieren.
ILS-LLZ-Antennenarrays mit weniger als 12 Antennen findet man an Flughäfen mit starker Bebauung nur noch selten, eher werden 20 oder mehr Antennen verwendet. Heutige ILS-LLZ-Antennen-Arrays kÜnnen zur Minimierung von Reflexionen daher aus bis zu 32 einzelnen Antennen bestehen. Beim ILS-LLZ-Antennen-Array vom Typ Normac 7232A werden 32 LPD-Antennen verwendet, wodurch bei einer effektiven Antennenfläche (en. Antenna Aperture) von 75 m Breite ein Antennen-Diagramm von nur ¹1,4° Breite erzeugt wird.cite-ref-72[23]
ILS-LLZ: Erzeugung der DDM im Raum
Die DDM (Difference in Depth of Modulation, dt. Differenz im Modulations-Index des 90-Hz- und des 150-Hz-Tons, bzw. in der Depth of Modulation) wird nicht im ILS-LLZ Sender auf die ILS-LLZ Trägerfrequenz aufmoduliert, sondern entsteht erst im Fernfeld (en. Farfield) des ILS-LLZ-Antennen-Arrays. Der notwendige Abstand bis sich die Empfangsantenne im Fernfeld des ILS-LLZ-Antennen-Arrays befindet, errechnet sich zu d min ⼠⼠d Farfield = 2 â
â
d Breite 2 Îť Îť {\displaystyle d_{\text{min}}\geq d_{\text{Farfield}}={\frac {2\cdot d_{\text{Breite}}^{2}}{\lambda }}}
Dabei sind dBreite [m] die maximale physische Abmessung des ILS-LLZ-Antennen-Arrays und Ν [m] die Wellenlänge.
Bei ~27 m Breite eines ILS-LLZ-Antennen-Arrays bestehend aus 12 Dipolantennen-Elementen vor einer Reflektorwand (SEL 12+3 Antenne, ILS-4000) wird bei Îť = 2,775 m (108.100 MHz) bei der tiefsten definierten ILS-LLZ Frequenz ein Mindestabstand dfarfield âĽ530 m zum ILS-LLZ-Antennen-Arrays benĂśtigt, damit die Empfängerantenne des Luftfahrzeuges sich noch im Fernfeld des ILS-LLZ-Antennen-Arrays befindet. Bei 49 m Breite eines ILS-LLZ-Antennen-Arrays mit 20 Dipol-Antennen-Elementen vor einer Reflektorwand (SEL 20+5 Antenne ILS-4000) ist der Mindestabstand schon dfarfield âĽ1730 m. Eine weitere Verbreiterung des ILS-LLZ-Antennen-Arrays auf 75 m mit 32 LPD-Antennen-Elementen (Normac 7000 Ultra-Wide ILS-LLZ-Antennen-Arrays)cite-ref-73[24] wird ein Mindestabstand von dfarfield ⼠2775 m benĂśtigt.
Zur Erzeugung des DDM des ILS-LLZ zwischen dem 90-Hz- und 150-Hz-Signal im Raum, d. h. links und rechts der verlängerten Landebahn-Mittellinie werden die Antennen Ăźber ein Antennen-Verteilungsnetzwerk mit CSB-Signal (Carrier Side Band, dt. Amplitudenmodulation mit beiden Seitenbänder und vollem Träger) und dem SBO-Signal (Side Bands Only, dt. AM ohne Träger mit beiden Seitenbändern) gespeist. Zur Erzeugung des DDM zwischen dem 90-Hz- und dem 150-Hz-Ton im Raum werden minimal 3 Antennen benĂśtigt (siehe Abbildung). ILS-LLZ-Antennen-Arrays nutzen zwischen 5 und 32 (Richt-)Antennen, mit oder ohne Reflektor. Je mehr Antennen verwendet und je grĂśĂer der Gewinn einer einzelnen (Richt-)Antenne oder durch Nutzung eines Reflektors ist, desto schmäler wird die Keule des ILS-LLZ Course-Signals.
Entlang der Anfluggrundlinie besteht ein Strahlungsmaximum, wodurch der Modulations-Index des 90-Hz- und des 150-Hz-Tons gleich ist. Die Strahlungsmaxima liegen beiderseits der Anfluggrundlinie, während auf dieser das DDM zu null wird. So entstehen links und rechts der Bahn zwei Modulationsfelder, die sich in der Mitte Ăźberlagern. Der Localizer-Empfänger im Flugzeug misst die Differenz der Modulationstiefe (engl. Difference in the Depth of Modulation, DDM) von 90-Hz- und 150-Hz-Signal. Auf der Anfluggrundlinie beträgt die Modulationstiefe fĂźr jede modulierte Frequenz 20 %,cite-ref-74[7.23] die Differenz wird zu null, die senkrechte Nadel des Anzeigeinstruments steht in der Mitte. Nach links abweichend von der Anfluggrundlinie nimmt der Modulationsgrad des 90-Hz-Signals zu, während er fĂźr das 150-Hz-Signal gleichzeitig abnimmt, die senkrechte Nadel des Anzeigeinstruments wandert nach rechts und weist den Piloten nach rechts (âfly into the needleâ), um wieder auf die Landebahnmitte zuzufliegen. Abweichend von der Anfluggrundlinie in die andere Richtung nimmt der Modulationsgrad des 90-Hz-Signals ab, während er fĂźr das 150-Hz-Signal gleichzeitig zunimmt, die senkrechte Nadel des Anzeigeinstruments wandert nach links und weist den Piloten nach links, um wieder auf die Landebahnmitte zuzufliegen.
Die Modulationsgrad-Differenz, DDM zwischen den zwei Signalen verändert sich links und rechts der verlängerten Center-Line (Landebahn-Mitte) linear in Abhängigkeit von der Position des anfliegenden Flugzeugs bis zum jeweiligen Vollausschlag des Zeigerinstrumentes (Kreuzzeiger, crosspointer) bei 5 Punkten, was einer DDM von 15,5 % entspricht. Die Anfluggrundlinie wird also gebildet als Linie mit konstanter DDM = 0 bei dem der Modulationsgrad der 90 Hz und 150 Hz gleich ist.
Die Erzeugung des richtungs-abhängigen Modulationsgrads im Raum kann am einfachsten mit 3 Antennen erklärt werden, die zwei unterschiedliche Strahlungsdiagramme erzeugen und mit dem CSB-, SBO-90°- und SBO+90°-Signal gespeist werden. Es werden hierzu folgende Signale abgestrahlt:
a.) In die mittlere Antenne wird das CSB-Signal eingespeist und in Kursrichtung, der Anflugrichtung, mit maximaler Feldstärke abgestrahlt. Das CSB-Signal ist mit 90 Hz und 150 Hz mit gleicher Phase, +90° und +150° mit gleichem Modulationsgrad als amplitudenmoduliertes Signal mit Träger und zwei Seitenbändern (CDSB) ausgestrahlt
b.) Das SBO-Signal wird gegenphasig in die beiden äuĂeren Antennen eingespeist und abgestrahlt. Das SBO-Signal ist ein mit 90 Hz und 150 Hz amplitudenmoduliertes Signal mit zwei Seitenbändern, aber ohne Träger (DSB-SC). Durch die gegenphasige Speisung jeweils einer Frequenz wird die jeweils ungewollte Frequenz im Fernfeld ausgelĂśscht. Bei der Antenne auf der Seite, bei der das 90-Hz-Signal Ăźberwiegen soll, wird das 150-Hz-Signal gegenphasig eingespeist und bei der Seite, bei der das 150-Hz-Signal Ăźberwiegen soll, wird das 90-Hz-Signal gegenphasig eingespeist. Beim Anflug auf das ILS-LLZ-Antennen-Array bildet sich in Kursmitte eine Nullstelle in den Ăźberlagerten Strahlungsdiagrammen. Links und rechts des Kurses betragen die Phasenlagen fĂźr eine Modulation jeweils â90° und +90°.
Das effektiv, am Luftfahrzeugempfänger empfangene Signal entsteht durch Ăberlagerung der beiden Strahlungsdiagramme, wodurch auf Punkt 1 der Kurslinie bzw. der verlängerten Landebahnmitte nur das CSB-Signal empfangen wird, bei dem das 90-Hz- und das 150-Hz-Signal den gleichen Modulationsgrad oder ein DDM = 0 aufweisen.
Je weiter der Standort des Luftfahrzeuges links oder rechts von der verlängerten Landebahnmitte abweicht, desto stärker verändert sich durch Ăberlagerung des CSB- und des SBO-Signals das DDM zwischen dem 90-Hz- und dem 150-Hz-Ton.
Das Feld von der SBO-Antennen Ăźberlagert sich mit dem Feld der CSB-Antenne an Punkt 2, wobei hier das 150-Hz-Signal und damit das DDM des 150-Hz-Tons gegenĂźber dem 90-Hz-Ton Ăźberwiegt und dadurch m150 Hz > m90 Hz ist und der ILS-LLZ Course Indicator auf dem Kreuzzeigerinstrument âFly Leftâ anzeigt.
An Punkt 3 Ăźberlagert sich auch das Feld der SBO-Antennen mit dem Feld der CSB-Antenne, wobei hier das 90-Hz-Signal und damit das DDM des 90-Hz-Tons gegenĂźber dem 150-Hz-Ton Ăźberwiegt und dadurch m90 Hz > m150 Hz ist und der ILS-LLZ Course Indicator auf dem Kreuzzeigerinstrument âFly Rightâ anzeigt.
ILS-LLZ-Kursbreite
Das DDM soll links und rechts von Kursmitte bis zu einem maximalen DDM von 18 % linear ansteigen. Bei einem DDM von 15,5 % soll der Kreuzzeiger am, fĂźr den ILS-LLZ genutzten Nadel im Indikator, einen Vollauschlag von 5 Punkten entsprechend 150 ÂľA besitzen.
Als Kursbreite (en. course-width) wird der Winkel zwischen der 5-Punkte-Anzeige âFly Leftâ bis zur 5-Punkte-Anzeige âFly Rightâ definiert. Die Kursbreite variiert mit der Länge der Landebahn. Deshalb muss das Strahlungsdiagramm im Azimut jeweils an die Länge der Landebahn angepasst werden. Dann ergibt sich, dass an der Ladebahnschwelle (dem ILS-Bezugspunkt) der Abstand zwischen beiden 15,5-%-DDM-Werten ca. 210 m beträgt. Die notwendige Kursbreite fĂźr 210 m in Abhängigkeit der Läge der Landebahn kann mit folgender Formel beschrieben werden:cite-ref-75[25]
BreiteLLZ-Kurs = 2 ¡ arctan (105 [m] / LRwy [m])
Da die Kursbreite, abhängig vom Verhältnis der abgestrahlten Leistungen (engl. Power, P) des CSB-Signals (CPB-Power, PCSB) und des SBO-Signals (SBO-Power, PSBO) ist, kann die Kursbreite durch Verringerung bzw. ErhÜhung der abgestrahlten SBO-Leistung angepasst werden. Hierbei wird die Kursbreite schmäler, wenn die abgestrahlte Leistung des SBO-Signals erhÜht wird. Eine Verbreiterung der Kursbreite erfolgt, wenn die abgestrahlte Leistung des SBO-Signals reduziert wird.
ILS-LLZ-Backbeam
Die ersten ILS-LLZ-Antennen-Arrays nutzten weder Antennen mit einer vorwiegenden Abstrahlung in eine Hauptrichtung, wie z. B. LPD- oder Yagi-Antennen, oder durch Konzentrierung der Abstrahlung in eine Hauptrichtung durch Nutzung von Reflektoren. Daher wird bei solchen ILS-LLZ-Antennen-Arrays zusätzlich zu der fßr den Präzisionsanflug genutzten Anflugrichtung auch ein ILS-Backbeam des genutzten ILS-LLZ, um 180° versetzt in die Gegenrichtung abgestrahlt. Wenn sich wirtschaftlich kein zweites, separates ILS fßr die Gegenrichtung rentierte, wurde an manchen Flugplätzen der Backbeam des ILS-LLZ fßr viele Jahre fßr Non-Precision-Approaches verwendet.
FĂźr ein ILS-Precision-Approach fehlen beim Backbeam-APP jedoch sowohl die GleitwegfĂźhrung durch ein ILS-GP, die zur Ăberwachung der GĂźltigkeit des ILS-LLZ-Kurses und der Kurs-Breite notwendigen Nah- und Fernfeld-Monitore und es wird im Backbeam kein gĂźltiges Kurssignal abgestrahlt, da beim Empfang des ILS-LLZ-Signals links und rechts gegenĂźber der Ausrichtung beim Anflug in der Hauptanflugrichtung des ILS vertauscht (âgespiegeltâ) sind. Beim Backbeam-Anflug erhält man daher eine vertauschte ILS-Localizer-Anzeige. Wenn man z. B. zu weit rechts empfängt, muss man entgegengesetzt steuern, also nach rechts, um auf den richtigen Kurs zu kommen.
Bei Nutzung des Backbeam oder Backcourse ist daher nur ein Non-Precision-Anflug mit sehr hohen MindestsinkflughĂśhen MDA/MDH mĂśglich. In Europa existiert kein Backbeam-Anflugverfahren mehr.
ILS-GP (ILS-Gleitweg)
Die von der Antenne eines Luftfahrzeuges empfangenen Signale der ILS-Gleitwegsender (engl. ILS-Glide Path, abgekĂźrzt ILS-GP)
Anmerkungen: ILS-Glide-Path ist die von ICAO seit 1950 in ICAO Annex 10 (derzeit Annex 10 Vol.I) und auch in der EUROCAE MOPS ED47Bcite-ref-13-6-1[3] verwendete Bezeichnung, während in US-Dokumenten von ARINC,cite-ref-8-1[4.1] und RTCAcite-ref-19-9-1[5] fßr ILS-GP Empfänger die Bezeichnung ILS-Glide Slope, abgekßrzt ILS-GS oder kurz G/S verwendet wird.
Der ILS-GP wird auf dem Vertical Indicator u. a. mit dem Horizontal Indicator des ILS-LLZ dem Piloten angezeigt. Es wird dem Piloten im ILS-GP-Vertical-Indicator die vertikale Abweichung referenziert auf die Horizontale angezeigt, die durch das ILS-GP-Antennen-Array definiert wird. Derzeit findet meistens ein Anflugwinkel (Anflugprofil/Gradient) um die 3 Grad Verwendung, jedoch finden vereinzelt auch andere Winkel von bis zu 4° noch Verwendung. In Ausnahmefällen kommen noch steilere Gleitwinkel zum Einsatz, die aber nicht den ICAO-Standards entsprechen und daher als Non-ICAO-Standard gekennzeichnet werden. Beim London City Airport (EGLC) wird z. B. ein Gleitwinkel von 5,5° verwendet. Solche steilen Anflugwinkel erfordern sowohl eine gesonderte Zertifikation von den Piloten fßr deren Nutzung, als auch Luftfahrzeuge die fßr diese sogenannten Steep Approaches geeignet sind.cite-ref-15-76-0[26] Bei 3° liegt das RDH (Reference Datum Height) bei 50 ft (15 m), wodurch der Aufsetzpunkt ca. 280 m hinter der Landeschwelle (THReshold, THR) liegt.
Der ILS-GP strahlt dabei bezogen auf den Aufsetzpunkt in einem Azimutwinkel von ¹8° bezogen auf die verlängerte Landebahnmitte mit bis zu 10 NM nutzbarer Reichweite ab. Abweichend von ICAO Vorgaben gibt es in Frankfurt am Maincite-ref-15-1[8.1] und Mßnchencite-ref-16-1[8.2] ILS-GP die auch bis 15 NM fßr Anflugverfahren freigegeben sind.
Das ILS-GP-Antennen-Array steht seitlich neben der Bahn in HÜhe des Aufsetzpunktes. Die Geräte sind hinter dem ILS-GP-Antennen-Array entweder in einem Shelter oder unterirdisch untergebracht. Die ILS-GP-Frequenzen bzw. ILS-GP-Kanäle liegen im Frequenzbereich zwischen 329 MHz und 335 MHz, wobei jeder ILS-GP-Kanal fest einem ILS-LLZ-Kanal zugeordnet sind (s. Darstellung der Frequenzpaarung). Benachbarte ILS-LLZ-Frequenzen sind aber nicht automatisch immer auch benachbarte ILS-GP-Frequenzen. Der Grund hierfßr ist die Notwendigkeit, dass die 3. Harmonische der Signale eines ILS-LLZ-Senders nicht direkt auf oder nahe dem ILS-GP-Empfangskanal fallen, um StÜrungen zu vermeiden. Hierdurch wßrden z. B. bei 2f-ILS-LLZ-Sendern die VHF-Signale von 110,1 ¹7 kHz mit bis zu ¹3 kHz Bandbreite in den ILS-GP-Kanal auf 330,35 MHz fallen. Der zu dem ILS-LLZ Kanal 110,1 MHz zugehÜrige ILS-GP-Kanal wurde zu 334,4 MHz festgelegt. Der Pilot muss nicht ILS-LLZ- und ILS-GP-Frequenz getrennt einwählen, sondern die zugehÜrige ILS-GP-Frequenz wird durch Auswahl des ILS-LLZ-Kanals (bzw. der LLZ-Frequenz) automatisch selektiert. Die Senderausgangsleistungen konnten bei RÜhrenendstufen und Nutzung von den damals ßblichen Antennen-Arrays mit z. B. 6 Antennenelementen und damit nur einem kleinen Gewinn bis zu 60 Watt (unmoduliert) betragen.cite-ref-77[27]
Das Funktionsprinzip ist analog zum Landekurssender, nur sind die Strahlungskeulen des Gleitwegsenders vertikal ausgerichtet, statt horizontal wie beim Localizer. Auf der jeweiligen Trägerfrequenzen sind in Amplitudenmodulation zwei Signale mit 90 und 150 Hz mit einer Modulationstiefe von 40 % aufmoduliert, die von den Antennen so abgestrahlt werden, dass entlang des 3°-Anflugweges ein Strahlungsmaximum liegt, das Carrier Side Band (CSB, AM-Double Side Band) genannt wird. Ăber dieselben Antennen wird amplitudenmoduliert ein weiteres Signal ohne Trägeranteil (Zweiseitenband/unterdrĂźckter Träger, AM-Double Side Band Suppressed Carrier â DSBSC) abgestrahlt, das sogenannte Side Band Only (SBO). Seine Strahlungsmaxima liegen unter- und oberhalb des 3°-Anflugweges, während es auf diesem zu null wird. So entstehen unterhalb und oberhalb des ILS-Gleitwinkels bzw. Anflugweges zwei Modulationsfelder, die sich in der Mitte Ăźberlagern. Der Glide-Path-Empfänger im Flugzeug misst die Differenz der Modulationstiefe (Difference in the Depth of Modulation, DDM) der 90-Hz- und 150-Hz-Signale. In der Mitte, also auf dem definierten Gleitwinkel, zwischen beiden Signalen beträgt die Modulationstiefe fĂźr jede modulierte Frequenz 40 %, die Differenz bzw. das DDM wird zu Null, die waagerechte Nadel des Vertical Indicators steht in der Mitte.
Bei Abweichungen oberhalb des Gleitwinkel (Maschine zu hoch) nimmt der Modulationsgrad des 90-Hz-Signals zu, während er fĂźr das 150-Hz-Signal abnimmt. Die waagerechte Nadel des Anzeigeinstruments wandert nach unten und zeigt den Piloten, dass sie mit der Maschine tiefer gehen mĂźssen (âfly into the needleâ), um wieder auf den Gleitweg zurĂźckzukehren. Bei Abweichungen unterhalb des definierten Gleitwinkels nimmt der Modulationsgrad des 90-Hz-Signals ab, während nun das 150-Hz-Signal zunimmt, die waagerechte Nadel des Anzeigeinstruments wandert nach oben und zeigt den Piloten, dass sie HĂśhe gewinnen mĂźssen.
Der Anflugwinkel bei einem ILS-Anflug CAT I liegt typischerweise zwischen 2,5 und 3,5 Grad, idealerweise 3,0 Grad. Beim ILS-Anflug nach CAT II/III muss der Gleitwinkel 3 Grad betragen. Das Anzeigegerät zeigt den Piloten an, ob sie nach oben oder unten steuern mßssen, um den Aufsetzpunkt der Landebahn zu erreichen. In fast allen modernen Flugzeugen kÜnnen die eintreffenden Signale des Instrumentenlandesystems vom Autopiloten verwendet werden, sodass ein Anflug automatisiert erfolgen kann. Je nach Anflugkategorie ßbernehmen die Piloten bereits vor der Landung die manuelle Kontrolle und landen oder nach einer automatischen Landung, wenn das Flugzeug bereits ausrollt.
ILS-GP-Typen
Abhängig vom Terrain, d. h. ist das Gelände eben, abfallend, befinden sich Hindernisse im ILS-GP-Nutzungsbereich oder ist das Gelände nicht fßr die notwendige Bildung der am Boden reflektierten Strahlen geeignet, wird nach einer Geländebegutachtung des Antennenvorgeländes und geg. einer Vorvermessung das hierfßr geeignete ILS-GP-System ausgewählt.
Die Signale der Antennen in einem ILS-GP-Antennen-Array werden in verschiedenen HÜhen ßber dem Erdboden (Above Ground Level, AGL) montiert. Durch unterschiedliche HÜhen ßber dem Erdboden (AGL, en. Above Ground Level) jeder Antenne wird das in Richtung Erdboden abgestrahlte Signal am Erdboden bei jeder Antenne in einer anderen Entfernung vom ILS-GP-Mast am Erdboden reflektiert, bevor es am Luftfahrzeug empfangen wird. Dadurch setzen sich die am Luftfahrzeug empfangenen Signale aus den direkt und indirekt empfangenen Signalen jeder einzelnen ILS-GP-Antenne in einem ILS-GP-Array zusammen. Wenn die an der Empfänger-Antenne anliegende einmal auf dem direkten Weg und einmal auf dem indirekten Weg ßber eine Reflexion, z. B. am Erdboden, empfangen wird, wird dies als 2-Ray-Propagation (2-Wege-Ausbreitung bzw. Mehrwegempfang) bezeichnet wird. Alle Signale, die direkt empfangenen Signale und das reflektierte Signal ßberlappen am Luftfahrzeug und kÜnnen sich dadurch ganz oder teilweise gegenseitig aufsummieren und damit verstärken oder ganz oder teilweise auslÜschen. Dies gilt fßr jede einzelne der in verschiedenen HÜhen angebrachten Antennen eines ILS-GP-Antennen-Arrays.
Je nach Antennen-HÜhe ßber der Erde (AGL), ßber dem Terrain, vor einem ILS-GP-Antennen-Array, ist dieses eben, abfallend oder ansteigend und wie gut das Signal reflektiert wird (Stichwort Terrain Roughness und Reflection Coefficent), variiert der Reflektionspunkt und die empfangene Signalstärke. Deshalb bilden bei Nutzung der gleichen Antennen und HÜhen ßber Grund, je nach Standort des ILS-GP, unterschiedliche ILS-Anlagen vertikale Antennen-Diagramme.
Jede Antenne wird mit einer anderen Kombination aus den ILS-GP-Sendern CSB, SBO-Signalen mit unterschiedlicher Phasenlage gespeist. Am Luftfahrzeug ßberlappen sich alle direkt empfangenen und indirekt am Erdboden reflektierten Signale jeder einzelnen ILS-GP-Antenne eines ILS-GP-Arrays zum Gesamtsignal vom ILS-GP-Empfänger verarbeitet und dem Piloten angezeigt wird.
Derzeit finden folgende ILS-GP-Varianten Verwendung:
⢠0-Reference (Nullbezugs-System) mit zwei Antennen am ILS-GP-Antennenmast.
⢠B-Reference (Seitenband-Bezugs-System) mit zwei Antennen am ILS-GP-Antennenmast. M-Systeme kommen zum Einsatz wenn das ebene Antennenvorgelände nicht die erforderliche Längenausdehnung besitzt, sondern z. B. nach >300 m mehr oder weniger steil abfällt und dadurch zu einer schlechten Struktur des ILS-GP-Kurses fßhren kÜnnte.
⢠M-System (Capture-Effekt-Antennensystem) 2f-ILS-GP-System mit drei Antennen am ILS-GP-Antennenmast. M-Systeme kommen zum Einsatz wenn das Gelände nicht auf der gesamten Länge eben ist, Unebenheiten aufweist oder wenn im Anflugbereich reflektierende Geländeunebenheiten vorhanden sind, die zu einer schlechten Struktur des ILS-GP-Kurses fßhren kÜnnte.
Einflugzeichen (ILS-Marker)
Einflugzeichen oder Marker sind Funkfeuer, die auf dem Anflugweg mit einer Sendeleistung von 0,2 bis 0,5 Watt senkrecht nach oben abstrahlen. Der Empfang beim Ăberflug stellt eine weitere Verifikation eines ordnungsgemäĂen Anfluges dar. Alle Marker senden auf der Frequenz 75 MHz.
Im Endanflug werden nacheinander folgende ILS-Marker Ăźberflogen:
⢠ILS-OM (ILS-Outer-Marker, dt. VorEinflugZeichen oder VEZ),
⢠ILS-MM (ILS-Middle-Marker, dt. HauptEinflugZeichen oder HEZ)
⢠ILS-IM (ILS-Inner-Marker, dt. Platzeinflugzeichen), das weltweit nicht mehr gebräuchlich ist und in Deutschland keine Verwendung mehr findet.
Die Positionierung der ILS-Marker bezogen auf den THReshold (THR, Landeschwelle) ist beim
⢠ILS-MM 1050 m ¹ 150 m vor dem Thresholdcite-ref-80[28.2]
⢠ILS-IM 75 m ¹8 m vor dem Threshold, wenn aufgebautcite-ref-81[28.3]
Beim Ăberflug unterscheiden sich die Marker durch eine Kennung aus Punkten, Strichen oder beidem, sowie der Farbe der blinkenden Anzeige, die beim ILS-OM âBlueâ (ursprĂźnglich âPurpleâ), beim ILS-MM âAmberâ und beim ILS-IM âWhiteâ ist.
Zusätzlich kann die aurale Identifikation der Marker auch abgehÜrt werden, wobei die TonhÜhe zunimmt und die verwendeten Zeichen gefßhlt schneller werden. Die Dauer, in der eine Anzeige bzw. Empfang der HÜrbarkeit aurale Identifikation der Marker ermÜglicht, hängt sowohl von der verwendeten ILS-Marker-Antenne als auch von der Landegeschwindigkeit ab. Fßr den ILS-OM ist die Empfangsdauer bei einer Landegeschwindigkeit von 96 knots (dt. Knoten) 12 s ¹4 s und beim ILS-MM bei 96 knots (dt. Knoten) 6s ¹4 s.
ILS-Outer-Marker (ILS-OM oder LOM)
Das Voreinflugzeichen, der Outer Marker, sofern er ßberhaupt noch als Bestandteil eines ILS aufgebaut wird und nicht durch ein DME/N ersetzt wurde, steht 7200 m ¹ 300 m vor der Landeschwelle und strahlt vertikal nach oben. Die Identifikation erfolgt beim ILS-OM durch Ein-/Aus-Tastung eines 400-Hz-Tons auf einem amplitudenmodulierten Träger (CDSB) durch aufeinander folgende Striche, mit einer Geschwindigkeit von 2 Strichen pro Sekunde.cite-ref-48-1[7.14]
Im Cockpit sind beim Ăberflug des ILS-OM dementsprechend Striche mit einem 400-Hz-Ton (ââ â â â) zu hĂśren und die blaue (purple) Anzeige âVoreinflugzeichenâ leuchtet auf. Die Farbe des OM-Marker-Lichts war ursprĂźnglich âPurpleâcite-ref-17-1[6.2] und wurde erst später auf Blau geändert. Der Outer Marker dient zur Kontrolle des HĂśhenmessers (barometrisch).
Bei einem ILS-Anflug muss sich das Flugzeug am OM auf dem Gleitpfad befinden. Daher ist auf jeder Anflugkarte die am OM erforderliche FlughĂśhe Ăźber der Landebahn angegeben. Steht der OM ca. 4 NM vor der Landeschwelle und soll der Anflugwinkel 3 Grad betragen, so muss die Maschine beim Ăberflug des OM noch eine HGT von 1320 ft (ca. 400 m) haben. Die Berechnung lautet: 4 NM Ă 318 ft/NM + 50 ft SchwellenĂźberflughĂśhe (RDH).
Outer-Marker-Sound:
ILS-Middle-Marker (ILS-MM)
Das Haupteinflugzeichen, der Middle Marker, sofern er ßberhaupt noch als Bestandteil eines ILS aufgebaut wird und nicht durch ein DME/N ersetzt wurde, steht 1050 m ¹ 150 m vor der Landeschwelle und strahlt vertikal nach oben. Die Identifikation erfolgt beim ILS-MM durch Ein-/Aus-Tastung eines 1.300-Hz-Tons auf einem amplitudenmodulierten Träger (CDSB) durch abwechselnd aufeinander folgende Punkte und Striche, mit einer Geschwindigkeit von 2 Strichen pro Sekunde und 6 Punkten pro Sekunde.cite-ref-49-1[7.15]
Im Cockpit sind beim Ăberflug des ILS-MM dementsprechend abwechselnd Punkte und Striche mit einem 1300-Hz-Ton (ââ ¡ â ¡ â ¡â) zu hĂśren und die gelbe Anzeige âHaupteinflugzeichenâ leuchtet auf.
Middle-Marker-Sound:
ILS-Inner-Marker (ILS-IM)
Das Platzeinflugzeichen, der Inner Marker wird, sofern er ßberhaupt noch als Bestandteil eines ILS aufgebaut wird, 75 m ¹8 m vor dem Threshold (dt. Landeschwelle) aufgebaut und strahlt vertikal nach oben.cite-ref-81-1[28.3] Die Identifikation erfolgt beim ILS-IM durch Ein-/Aus-Tastung eines 3.000-Hz-Tons auf einem amplitudenmodulierten Träger (CDSB) durch aufeinander folgende Punkte, mit einer Geschwindigkeit von 6 Punkten pro Sekunde.cite-ref-49-2[7.15]
In Deutschland werden seit längerem keine ILS-IM mehr aufgebaut und finden auch weltweit in der zivilen Luftfahrt kaum noch Anwendung. In der militärischen Luftfahrt finden Inner Marker jedoch noch Anwendung. Diese stehen dann unmittelbar an der Landeschwelle und senden vertikal nach oben, mit Amplitudenmodulation mit einem 3000 Hz, Geschwindigkeit 6 Punkte pro Sekunde.cite-ref-50-1[7.16]
Im Cockpit sind beim Ăberflug des ILS-IM dementsprechend Punkte mit einem 3.000-Hz-Ton (â¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ ¡ â) zu hĂśren und die weiĂe Anzeige âPlatzeinflugzeichenâ leuchtet auf.
Inner-Marker-Sound:
ILS-DME
Immer häufiger werden bestehende Marker durch ein DME/N (engl. Distance Measuring Equipment/Narrow Spectrum) ergänzt und damit zu einem ILS/DME aufgewertet, oder werden durch ein DME/N ergänzt oder ganz ersetzt. Sofern ein ILS mit einem DME/N zu einem ILS/DME gepaart wird, muss eine Frequenzpaarung der ILS- und der DME-Frequenzen gemäà Vorgaben in ICAO Annex 10 erfolgen.cite-ref-43-3[7.11] Das DME liefert die Schräg-Entfernung (en. Slant Range Distance) in nautischen Meilen bezogen auf die Landeschwelle auf einer numerischen Anzeige im Cockpit. Je nach betrieblichen Anforderungen kÜnnen DME-Antennen mit (bi-)direktionalem oder rundstrahlendem Antennendiagramm zum Einsatz kommen. Bei Abstrahlung in nur einer Anflugrichtung wird die DME-Antenne in der Regel am Mast der Gleitwegantenne angebracht und es werden direktionale Antennendiagramme verwendet.
Ein DME/N kann aber auch fßr beide Anflugrichtungen einer Landebahn verwendet werden, sofern beide Anflugrichtungen dieselben ILS/DME-Frequenzen nutzen. In diesem Fall werden der DME/N-Transponder und die DME-Antenne i. d. R. auf halber Runway-Länge neben der Landebahn platziert. Es kÜnnen rundstrahlendende oder bi-direktional strahlende DME zum Einsatz kommen. Die Schrägentfernung variiert dabei je nach Runway-Länge zwischen den Aufsetzpunkten und dem eingestellten Schrägentfernungs-Offset des DME/N und wird in den Anflugverfahren verÜffentlicht.
ILS Compass Locator
Anflugbefeuerung
Die Anflugbefeuerung ist ein System von Lichtern, die dem Piloten kurz vor der Landung das Erkennen der Landebahn ermÜglichen. Es gibt verschiedene Ausfßhrungen, die sich im Aufbau (Nichtpräzisionsanflßge, CAT I oder CAT II/III) unterscheiden.
Optische Signalisierung des Gleitpfads (VASI/PAPI)
Als weitere MÜglichkeit zur Kontrolle des richtigen Gleitweges, vor allem fßr Anflßge bei Dunkelheit, kÜnnen zusätzlich optische Systeme vorhanden sein. Dies sind VASI (Visual Approach Slope Indicator) und PAPI (Precision Approach Path Indicator), die sich vor allem durch ihre einfache Handhabung auszeichnen, jedoch naturgemäà beide auf eine genßgende Flugsicht angewiesen sind.
Bordkomponenten
An Bord befinden sich zumindest Empfänger fßr den ILS-LLZ, ILS-GP, ILS-Marker und DME, die notwendigen Anzeigen, wobei in Verkehrsflugzeugen dem Piloten und Co-Piloten jeweils eigene Anzeigen zur Verfßgung stehen, sowie aurale Ausgabe fßr die ILS-LLZ-Identifikation und der ILS-Marker.
In einem Cockpit mit analogen Instrumenten wird auf einem Kreuzzeigerinstrument, oder kurz Kreuzzeiger, mindestens der Landekurs und Gleitweg angezeigt, jedoch kÜnnen auch weitere Informationen, z. B. Marker oder die zum DME/N gemessene Schrägentfernung integriert sein. Das Kreuzzeigerinstrument besitzt mindestens zwei sich bei idealem Landekurs im rechten Winkel befindlichen Zeigern, zwei Flaggen fßr ILS-LLZ und ILS-GP, die Auskunft geben, ob die Anzeige auf korrekt empfangenen Signalen oder ob das ILS-LLZ- oder ILS-GP-Signal zu schwach ist oder nicht ausgestrahlt wird oder ein Anzeigefehler vorliegt.cite-ref-82[29] Die Zeigerabweichungen von der Mitte zeigen die Richtung der erforderlichen Anflugkorrektur.
Bei modernen Verkehrsflugzeugen mit Glascockpit werden alle Informationen auf den Multifunktions-Displays dargestellt und kĂśnnen als Datenquelle fĂźr den Flight Director verwendet werden.
AusrĂźstungsvorschrift der Bordanlagen fĂźr ILS-AnflĂźge
⢠ein Empfangsgerät fßr die Signale von ILS-Landekurssender (ILS-Localizer, dt. ILS-Landekurssender), das nach gßltigem internationalen Standard geforderte StÜrfestigkeit gegenßber UKW-Rundfunksendern (FM-Immunity) aufweistcite-ref-83[9.2]
⢠ein Empfangsgerät fßr die Signale von ILS-GP (ILS-Glide Path, dt. ILS-Gleitweg) Flugnavigationsanlagencite-ref-84[9.3]
⢠ein Empfangsgerät fßr die Signale von Marker Flugnavigationsanlagen (fßr ILS- und En-Route-Marker, dt. Einflugzeichen)cite-ref-85[9.4]
⢠ein Anzeigegerät fßr die gemeinsame Anzeige der Signale der ILS-LLZ- und ILS-GP-Flugnavigationsanlagencite-ref-86[9.5]
zur Abfrage der Slant-Range Distance (dt. Schrägentfernung) von bei Anflugverfahren genutzten DME/N-Transpondern
⢠ein DME-Interrogatorcite-ref-87[9.6]
ILS-Kategorien
Wie bei jedem Instrumentenanflug ist auch beim ILS-Anflug das Erreichen der EntscheidungshĂśhe (engl. Decision Height, DH bzw. Decision Altitude, DA) der Moment, in dem die Cockpitbesatzung des anfliegenden Luftfahrzeugs Ăźber die weitere DurchfĂźhrung des Anfluges entscheidet. Sind bei Erreichen der EntscheidungshĂśhe die (Sicht-)Bedingungen (der fliegende Pilot muss die Landebahn oder Teile der Anflugbefeuerung erkennen) fĂźr das Fortsetzen des Anfluges nicht gegeben, muss der Anflug abgebrochen und durchgestartet werden (Fehlanflug, engl. go around).
Präzisionsanflßge, zu denen auch der ILS-Anflug zählt, werden, abhängig von verschiedenen Faktoren, in unterschiedliche Kategorien eingeteilt:
CAT I
Einfachste Kategorie mit einer EntscheidungshÜhe von 200 ft (60 m) ßber Grund oder mehr und einer Landebahnsicht (engl. Runway Visual Range, RVR) von mindestens 550 m oder einer Bodensicht von 800 m (die Bodensicht wird durch eine von der BehÜrde bevollmächtigte Person festgestellt)cite-ref-89[30.1]cite-ref-91[31.1]
CAT II
CAT III
CAT IIIa
EntscheidungshĂśhe zwischen 0 ft und weniger als 100 ft Ăźber Grund und RVR mindestens 175 m
CAT IIIb
EntscheidungshĂśhe kleiner als 50 ft Ăźber Grund und RVR weniger als 175 m, jedoch mindestens 50 m
CAT IIIc
Keine EntscheidungshĂśhe (0 ft) und keine RVR (0 m). Noch nicht zugelassen, da auf den Rollbahnen eine Mindestsichtweite benĂśtigt wird.
Technische AusrĂźstung
Der Ausfall bestimmter Komponenten des Flugzeugs im Flug (zum Beispiel des RadarhÜhenmessers) reduziert unmittelbar die Fähigkeit des Flugzeugs, Anflßge hÜherer Kategorien durchzufßhren, was in grenzwertigen Wetterlagen das Ausweichen des Flugzeugs vom eigentlichen Zielflugplatz zu einem Alternativziel erforderlich macht. Die ILS-Signale der Flugplätze mßssen periodisch mittels Messflßgen geprßft werden, da zum Beispiel Gebäude und Baukräne diese stÜren kÜnnen.
Ein Beispiel fĂźr eine solche ILS-StĂśrung ist ein Zwischenfall auf dem Flughafen MĂźnchen im Jahre 2011. Die AnflĂźge wurden unter ILS CAT I durchgefĂźhrt. Ein startendes Flugzeug verursachte Reflexionen der ILS-Signale. Durch Ăberlagerung mit dem reflektierten Signal wurde das zur Navigation genutzte ILS-Signal verfälscht. Daraufhin steuerte der Autopilot die Boeing 777, welche ohne RĂźcksprache mit der Flugsicherung unter CAT IIIB angeflogen wurde, noch vor dem Aufsetzen nach links; das Flugzeug kam von der Landebahn ab.cite-ref-96[32] HĂśhere ILS-Kategorien bedingen somit eine grĂśĂere Staffelung der Luftfahrzeuge im Anflug und die Kapazität der Flugplätze ist so deutlich reduziert. Ebenso haben die Schutzzonen am Boden (critical und sensitive area) grĂśĂere AusmaĂe als bei CAT I und die rollenden Flugzeuge mĂźssen an einem weiter von der Landebahn entfernten Haltepunkt anhalten als bei CAT I oder bei SichtanflĂźgen. Bei CAT I sind dies 90 m, bei CAT II/III 150 m.
CAT I
FĂźr die DurchfĂźhrung eines Anflugs nach CAT I muss die Cockpitbesatzung eine Instrumentenflugberechtigung (engl. Instrument Rating, I/R) besitzen und das Flugzeug fĂźr InstrumentenflĂźge ausgestattet und zugelassen sein (dies sind heutzutage viele Motorflugzeuge). Die Landung als solche muss aber von den Piloten manuell, das heiĂt von Hand gesteuert, durchgefĂźhrt werden. Piloten mit einer solchen Berechtigung mĂźssen solche FlĂźge nach Instrumentenflugregeln (IFR) regelmäĂig durchfĂźhren, ansonsten verlieren sie unter anderem die Berechtigung fĂźr CAT-I-AnflĂźge.
CAT II
Eine besondere Ausbildung bzw. Berechtigung der Besatzung ist notwendig. Ein Autopilot muss nicht vorhanden sein, der Anflug wird aber selten von Hand geflogen. Instrumente mßssen zweifach vorhanden sein (je eine unabhängige Anzeige des Landekurses/Gleitpfads fßr Kapitän und Ersten Offizier). Ein Radar-HÜhenmesser (Radar-Altimeter) ist ebenfalls notwendig.
CAT III
Landungen nach CAT III mßssen zwingend durch mehrfach vorhandene Autopiloten des Flugzeugs gesteuert werden (engl. auto coupled landing). Diese steuern unabhängig voneinander das Flugzeug unter Verwendung von ILS-Signalen, die unabhängig voneinander empfangen werden (Redundanz). Die Cockpitbesatzung sowie die Fluggesellschaft mßssen ßber eine spezielle Berechtigung verfßgen. Der Autopilot muss unter anderem per RadarhÜhenmesser in der Lage sein, das Flugzeug bei der Landung selbsttätig zum Ausschweben (engl. flare) abzufangen und aufzusetzen, ab CAT IIIb muss er auch nach dem Aufsetzen beim Bremsen und Ausrollen per Bugradsteuerung dem Localizer folgen, um das Flugzeug auf der Landebahnmitte zu halten.
Eine Ausnahme davon bilden einige Flugzeuge mit Head-Up-Display, so z. B. der Canadair Regional Jet (CRJ), welche auch fĂźr manuell gesteuerte CAT-III-AnflĂźge zugelassen sind.
Erste Flugzeuge mit CAT-III-Fähigkeiten
Aufgrund der vorherrschenden Wetterbedingungen in Europa, vor allem aber in GroĂbritannien, fand die Entwicklung von CAT-III-fähigen Flugzeugen zunächst in Europa statt. So gehĂśrte in den 1980er Jahren die CAT-III-Fähigkeit noch nicht zur serienmäĂigen Ausstattung US-amerikanischer Flugzeuge. Hingegen Ăźbernahmen Boeing und Alaska Airlines die Pionierrolle bei CAT-III-Landungen mit Head-Up-Display.
Die Sud Aviation Caravelle wurde im Dezember 1968 fĂźr CAT-III-AnflĂźge zugelassen. Darauf folgte die Hawker-Siddeley Trident (IIIa 1972, IIIb 1975). Die erste manuelle CAT-III-Landung auf einem Passagierflug erfolgte im Jahr 1989 (Boeing 727 der Alaska Airlines).
Sonderfälle
Continuous Descent Approach -Anflugverfahren
Anflugverfahren, die einen Continuous Descent Approach nutzen, d. h. sich kontinuierlich im Sinkflug befinden wurden zwar schon Ende des letzten Jahrhunderts, z. B. von der BFS in Deutschland erprobt, kamen aber erst mit VerĂśffentlichung des ICAO Continuous Descent Manual, ICAO DOC-9931cite-ref-97[33] zum Einsatz. Vorteile von einem Continuous Descent Approach sind eine Reduzierung des Fluglärms und Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs gegenĂźber einem stufenweisen Sinkflug, bei dem zwischen Sinkflugphasen auf horizontalen StĂźcken mit hĂśherer Leistung geflogen werden muss. Die DFS hat an allen groĂen internationalen Flughäfen in Deutschland mittlerweile Continuous Descent Approach-Anflugverfahren eingefĂźhrt.cite-ref-98[34]
ILS-LLZ only -Anflugverfahren
âILS-LLZ onlyâ Anflugverfahren sind Nicht-PräzisionsanflĂźge da kein ILS-GP vorhanden ist, und nur eine horizontale FĂźhrung durch ein ILS-LLZ erfolgt. âILS-LLZ onlyâ Anflugverfahren sind im ICAO-Doc-8168-Volume II dokumentiert.cite-ref-34-1[16.1]
ILS-LLZ only-Back course approach-Anflugverfahren
âILS-LLZ onlyâ Back course approach-Anflugverfahren unter Nutzung eines optional abgestrahlten Backbeams eines ILS-LLZ der in die Gegenrichtung strahlt, wobei diese AnflĂźge nicht von ICAO in ICAO-DOC-8162-II standardisiert sind.cite-ref-12-33-0[16] Ebenso wie bei âILS-LLZ onlyâ Anflugverfahren erfolgt keine UnterstĂźtzung durch ein ILS-GP, sondern nur eine vertauschte horizontale FĂźhrung durch den optional abgestrahlten Backbeams eines ILS-LLZ der in die Gegenrichtung strahlt. Dadurch sind im optinal abgestrahlten Backbeam, also bei einem 180° versetzten Anflug auf ein ILS-LLZ die 90-Hz- und 150-Hz-Signale vertauscht, weshalb die Fly-Left-/Fly-Right-Angaben des ILS-Indicators nicht genutzt werden kĂśnnen. Sie fĂźhren in die entgegengesetzte Richtung wie bei einem Standard ILS-LLZ-Anflug und fĂźhren damit bei einem Anflug nicht auf die verlängerte Landebahnmitte, sondern davon weg.
Nur wenn der ILS-Empfänger und -Indicator Ăźber die MĂśglichkeit verfĂźgt, durch DrĂźcken des, sofern vorhandenen, B/CRS-Buttons die 90-Hz- und 150-Hz-Information zu vertauschen, konnte die ILS-LLZ-Kursinformation auch korrekt genutzt werden. Zeitweise wurde auf diese Weise das optional abgestrahlte Back-Beam-Signal eines ILS-LLZ fĂźr einen Quasi-âILS-LLZ Onlyâ-Anflug verwendet, wenn fĂźr die benĂśtigte Anflugrichtung kein ILS-LLZ zur VerfĂźgung steht.
âILS-LLZ onlyâ Back course approach-Anflugverfahren wurden, wenn Ăźberhaupt, weitestgehend nur auf militärischen Plätzen verwendet.
âNon ICAO Standardâ-Gleitwinkel
In Ausnahmefällen kommen AnflĂźge mit noch steilern Gleitwinkeln zur Anwendung, die aber nicht den ICAO-Standards entsprechen und daher als âNon-ICAO-Standardâ gekennzeichnet werden. Beim London City Airport (EGLC) wird z. B. ein Gleitwinkel von 5,5° verwendet. Solche steilen Anflugwinkel erfordern sowohl eine gesonderte Zertifizierung von den Piloten fĂźr deren Nutzung, als auch Luftfahrzeuge, die fĂźr diese sogenannten Steep Approaches geeignet sind.cite-ref-15-76-1[26]
Instrument Guidance System
Der ILS-Flugpfad muss nicht zwingend zu einer Landebahn fĂźhren. Im Fall des ehemaligen Flughafens Kai Tak (Hongkong) fĂźhrte das sogenannte IGS (Instrument Guidance System) zu einem markierten und beleuchteten HĂźgel (âCheckerboard Hillâ), worauf die Piloten zum Sichtanflug auf die Landebahn 13 abdrehten.
Maritime Mobile -Nutzung
Auch einige militärisch genutzte Schiffe (engl. Maritime Mobile Vessels) z. B. Flugzeugträger kÜnnen ßber Anflughilfen verfßgen. Diese kÜnnen optisch, mittels Laser oder Ground-Controlled Approach (GCA) erfolgen. Die letzten ž Seemeilen (1,4 km) mßssen visuell geflogen werden.
Weitere Systeme fĂźr Anflug bzw. Landung
Systeme, die durch Aussendung von Radar-Signalen dem Fluglotsen die notwendige Informationen liefert, damit er den Piloten Ăźber VHF-Flugfunk (VHF-COMmunication, VHF-COM) die notwendige Anweisungen fĂźr den Landeanflug liefern kann, sind :
⢠Surveillance Radar Element (SRE), wodurch Nicht-Präzisionsanflßge (engl. Non-Precision Approach)cite-ref-99[7.24] auf ein, oder mehrere Landebahnen und/oder Anflugrichtungen mÜglich sind durch Nutzung von SRE-Radar-Sensoren
⢠Precision Approach Radar (PAR, dt. Präzisionsanflugradar), welches zwar nicht mehr an zivilen Flugplätzen verwendet wird und auch nur noch zum Teil an militärischen Plätzen, wobei fßr jede Anflugrichtung ein eigener PAR-Sensor notwendig. Es sind Präzisionsanflßge bis zu CAT I / CAT IIcite-ref-100[7.25] mÜglich, da PAR nach wie vor noch ein von ICAO standardisiertes System ist.
Ein System, das durch lokale Aussendung von Navigationssignalen zum Präzisionsanflug im Frequenzbereich zwischen 5000 MHz und 5150 MHz auf eine Anflugrichtung begrenzte Signale fßr Präzisionsanflßge (CAT I, CAT II und CAT II) aussendet ist das:
⢠Microwave Landing System (MLS, dt. Mikrowellenlandesystem), welches eine verbesserte Genauigkeit gegenßber dem ILS-System besitzt und auch Präzisionsanflßge in den Kategorien CAT I, CAT II und CAT II ermÜglicht. Die weltweite Einfßhrung wurde von ICAO jedoch ausgesetzt, da die Nutzung von GNSS-basierten Systemen unter Nutzung von zusätzlichen Korrektursignalen Ende des letzten Jahrhunderts als vielversprechende Alternativen angesehen wurden. Dennoch wurde MLS z. B. in London-Heathrow zur ErhÜhung der Kapazität gegenßber ILScite-ref-101[35] oder fßr militärische (oft auch transportable) Anwendungen genutzt.
Systeme, die regional die Positionsgenauigkeit und z. T. auch die Integrität der GNSS-Signale durch zusätzliche Signale von geostationären Satelliten verbessern, aber zu deren Empfang jedoch eine Sichtverbindung zu den jeweils regional genutzten Satelliten benĂśtigen, sind die untereinander funktionsmäĂig äquivalenten Systeme:
⢠europäisches European Geostationary Navigation Overlay Service (EGNOS), welches auf Europa begrenzt ist.
⢠amerikanisches Wide Area Augmentation System (WAAS), welches auf die USA begrenzt ist und mit dem Landeanflßge der Kategorie LPV200 bereits mÜglich sind. LPV200 entspricht mit einer EntscheidungshÜhe von 200 Fuà der Kategorie CAT I bei ILS. Auch in Deutschland existieren bereits an einigen Flugplätzen LPV-Anflßge. Die Bezeichnung LPV steht fßr Lateral Precision with Vertical Guidance. Es gehÜrt zur ICAO-Kategorie APV (Approach with Vertical Guidance), einem Landeanflug ohne Bodenunterstßtzung.
⢠japanisches MSAS
⢠indisches GAGAN
Flughafen-spezifisches Systeme, die âILS-Look-Alikeâ-Präzisionsanflug-Verfahren ermĂśglichen, strahlen lokal vom Boden aus Signale zur Verbesserung der Positionsbestimmung mit GPS im VHF-Frequenzbereich 108,000 MHz bis 117,950 MHz (VHF-Daten-Link, VDL) aus:
⢠Differential GPS (DGPS), welches bis zur Standardisierung von dem auf DGPS aufbauenden und von ICAO standardisierten GBAS-System fßr Tests und Erprobungen vereinzelt in Europa genutzt wurde. Ein Beispiel dafßr sind die in Norwegen installierten Special-CAT-I-DGPS-Systeme.cite-ref-102[36]
⢠Ground Based Augmentation System (GBAS, vor Standardisierung durch ICAO âDGPSâ genannt) benĂśtigt, zusätzlich zum Empfang von Signalen von GNSS Satelliten, den Empfang eines VHF-Daten-Signals mit Korrekturdaten zur Verbesserung der Zuverlässigkeit ausgestrahlt werden. Das amerikanische Ăquivalent ist als Local-Area Augmentation System (LAAS) von ICAO standardisiert und erlaubt prinzipiell LandeanflĂźge bis zu Kategorie CAT III. Bisher gibt es jedoch lediglich GBAS-Anlagen die fĂźr die Kategorien CAT I und CAT II zugelassen sind. Am Flughafen Frankfurt ist seit Juli 2022 ein fĂźr die CAT-II-Landung zugelassenes GBAS in Betrieb.cite-ref-103[8.4] Bisher wurden, wenn Ăźberhaupt, weitestgehend nur GBAS-Systeme zusätzlich zu bereits existierenden ILS-Systemen an Flugplätzen aufgebaut. Es gibt jedoch bisher weltweit noch keinen vollwertigen Ersatz von ILS durch GBAS-Systeme.
Daneben gibt es weitere, aber nicht von ICAO fĂźr die internationale Nutzung standardisierte Systeme, die z. T. auch in grĂśĂerem Umfang genutzt wurden, z. B. das in Russland teilweise noch gebräuchliche militärische Instrumentenlandesystem RSBN/PRMG. Es wurden noch weitere Systeme entwickelt bzw. fanden sich in der Erprobung, wie z. B. TACAN-Data-Link, SETAC oder Transponder Based Landing System, kamen aber, wenn Ăźberhaupt, nur vereinzelt zum Einsatz.
ILS in Deutschland
Internationale Verkehrsflughäfen
Die DFS hat an 15 deutschen, als internationalen Flughäfen eingestuften Flugplätzen insgesamt 45 ILS-Systeme. Davon ist 1 ILS-System NOCAT (da ILS-LLZ only), 15 Systeme CAT I und 32 Systeme CAT II oder CAT III. ĂberprĂźfung mit ziviler AIP GERMANY, 31. Oktober 2024. Der aktuelle AusrĂźstungsstand kann in der jeweils aktuell gĂźltigen AIP GERMANY eingesehen werden.cite-ref-104[37]
⢠Berlin-Brandenburg, EDDB, ILS/DME06L (CAT III), ILS/DME 06R (CAT III), ILS/DME 24L (CAT III), ILS/DME 24R (CAT III)cite-ref-105[8.5]
⢠Dßsseldorf, EDDL, ILS/DME 05L (CAT I), ILS/DME 05R (CAT III), ILS/DME 23L (CAT III), ILS/DME 23R (CAT III)cite-ref-108[8.8]
⢠Erfurt-Weimar, EDDE, ILS/DME 09 (CAT I)cite-ref-109[8.9]
⢠Frankfurt-Main, EDDF, ILSDME 07C (CAT III), EDDF, ILSDME 07L (CAT III), ILS/DME 07R (CAT III), ILS/DME 25C (CAT III), ILS/DME 25L (CAT III), ILS/DME 25R (CAT III), Redundanzanlagen der Landebahn Nordwest ILS/DME 07Y (CAT I), ILS/DME 25Y (CAT I)cite-ref-110[8.10]
⢠KÜln/Bonn, EDDK, ILS+OM+MM 13L (CAT III), ILS/DME 24 (CAT I), ILS/DME 31R (CAT III)cite-ref-113[8.13]
⢠Leipzig/Halle, ILS/DME 08L (CAT III), ILS+MM 08R (CAT III), ILS+MM 26L (CAT III), ILS+MM 26R (CAT III)cite-ref-114[8.14]
⢠Mßnster/Osnabrßck, EDDG, ILS/DME 07 (CAT I), ILS/DME 25 (CAT III)cite-ref-116[8.16]
⢠Saarbrßcken, EDDR, ILS/DME 27 (CAT I)cite-ref-118[8.18]
Regionalflugplätze
In Deutschland existieren weitere Verkehrsflughäfen bzw. -landeplätze, die mit einem Instrumentenlandesystem ausgestattet sind, davon sind 22 Systeme CAT I und 7 Systeme CAT II oder CAT III, jedoch ist davon ein ILS-System NOCAT only, das bedeutet es wurde nur ein LS-LLZ aufgebaut. Jedoch fehlt fßr ein vollständiges ILS-System ein ILS-GP sowie noch ein Marker oder ein DME.
ĂberprĂźfung mit ziviler AIP Germany, 31. Oktober 2024. Der aktuelle AusrĂźstungsstand kann in der jeweils aktuell gĂźltigen AIP IFR GERMANY eingesehen werden.
⢠Braunschweig-Wolfsburg, EDVE, ILS/DME 26 (CAT I)cite-ref-121[8.21]
⢠Frankfurt-Hahn, EDFH, ILS+OM+MM 03 (CAT I), ILS+OM+MM 21 (CAT III)cite-ref-123[8.23]
⢠Friedrichshafen, EDNY, ILS+MM 06 (CAT I), ILS+OM+MM 24 (CAT III)cite-ref-124[8.24]
⢠Karlsruhe/Baden-Baden, EDSB, ILS+OM+MM 03 (CAT I), ILS+OM+MM 21 (CAT III)cite-ref-125[8.25]
⢠Kassel-Calden, EDVK, ILS+MM 09 (CAT I), ILS+MM 27 (CAT III)cite-ref-126[8.26]
⢠Kiel-Holtenau, EDHK, ILS+OM+MM 08 (CAT I), ILS+OM+MM 26 (CAT I)cite-ref-127[8.27]
⢠Leipzig-Altenburg, EDAC, ILS+OM+MM 22 (CAT I)cite-ref-128[8.28]
⢠Lßbeck-Blankensee, EDHL, ILS/DME 07 (CAT I), ILS+OM+MM 25 (CAT I)cite-ref-129[8.29]
⢠Mannheim, EDFM, ILS-LLZ only 27 (NOCAT)cite-ref-131[8.31]
⢠MÜnchengladbach, EDLN, ILS+MM 13 (CAT I), ILS+MM 31 (CAT I)cite-ref-132[8.32]
⢠Niederrhein, EDLV, ILS+OM+MM 27 (CAT III)cite-ref-133[8.33]
⢠Paderborn/Lippstadt, EDLP, ILS/DME 06 (CAT I), ILS/DME 24 (CAT I)cite-ref-134[8.34]
⢠Schwäbisch Hall, EDTY, ILS+MM 28 (CAT I)cite-ref-135[8.35]
⢠Siegerland, EDSG, ILS+MM 31 (CAT I)cite-ref-136[8.36]
Militärflugplätze
Die Bundeswehr betreibt auf elf ihrer 21 Flugplätze ein oder zwei ILS-Systeme. Der aktuelle Ausrßstungsstand kann im jeweils aktuell gßltigen militärischen Luftfahrthandbuch, MIL AIP GERMANY eingesehen werden.cite-ref-138[38]
⢠BĂźckeburg â ILS 25, GAM, CAT Icite-ref-1-139-2[39]
⢠Diepholz â ETND, GAF, ohne ILS
⢠Ingolstadt/Manching â ETSI, WTD 61, ILS 24, CAT Icite-ref-1-139-8[39]
⢠Niederstetten â ETHN, GAM, ILS 25, CAT Icite-ref-1-139-14[39]
⢠NĂśrvenich â ETNN, GAF, ILS 24, CAT Icite-ref-1-139-16[39]
⢠Wittmundhafen â ETND, GAF, ILS 26, CAT Icite-ref-1-139-18[39]
Nato, der aktuelle AusrĂźstungsstand kann in der jeweils aktuell gĂźltigen MIL AIP GERMANY eingesehen werden
⢠Geilenkirchen â ETNG, NATO, CAT I
Gaststreitkräfte
⢠Spangdahlem Air Base â ETAD, USAFcite-ref-141[41]
Instrumentenanflßge von Luftfahrzeugen der Bundeswehr erfolgen jedoch meist ßber ungerichtete Funkfeuer (Hubschrauber) bzw. TACAN- oder ARA-Anflßge (Airborne Radar Approach) (jeweils Kampfflugzeuge) oder mit Hilfe des jeweils flugplatzeigenen Präzisionsanflugradars. Lediglich Transportflugzeuge bzw. zivile Mitbenutzer der Flugplätze nutzen ßberwiegend das ILS.
Sonstige Flugplätze mit ILS
Der aktuelle AusrĂźstungsstand kann in der jeweils aktuell gĂźltigen AIP GERMANY eingesehen werden.
⢠Flugplatz Hamburg-Finkenwerder (Sonderlandeplatz), EDHI, ILS+OM+MM (CAT II), ILS-23 (CAT I)cite-ref-143[8.38]
ILS in der Schweiz
Die Flughäfen mit Kategorie-III-Anflßgen sind Zßrich (RWY 14 und 16), Genf (RWY 05 und 23) sowie der auf franzÜsischem Boden liegende Flughafen Basel-Mulhouse (RWY 15). Diese drei sogenannten Landesflughäfen bieten zusätzlich auch ILS Cat I. Les Eplatures, Sion, Dßbendorf, Emmen, Bern und Altenrhein verfßgen ßber ILS Cat I, und Lugano hat als Besonderheit einen IGS-Anflug auf die Piste 01. Ein ILS der Kategorie II existiert in der Schweiz nicht.
Siehe auch
Weblinks
Commons
: Instrument landing systems
â Sammlung von Bildern und Audiodateien
⢠AeroNewsGermany: Landung ohne Sicht! Autoland in Frankfurt â A330neo Cockpit POV auf YouTube, 5. März 2025.
⢠Bernd Bßdenbender (DFS-Mitarbeiter): Instrumentenlandesysteme (Memento vom 4. September 2013 im Internet Archive; PDF; 0,7 MB)
⢠Sara A. Rodrigues: Design of an ILS localizer for the new Montijo Airport. (PDF), Instituto Superior TÊcnico, Portugal
⢠NORMARC 7000B Instrument Landing System (PDF; 0,4 MB)
⢠Thales Instrument Landing Systems
Einzelnachweise
1. ICAO, International Standards and Recommended Practices, Aeronautical Telecommunications, Annex 10. 1. Auflage. Mai 1950.
2. AIP Germany. (dfs.de).
cite-note-13-63. â EUROCAE, ED-47B am.1, Minimum Operational Performance Specifications for Airborne ILS Glide Path Receiving Equipment Receiving Equipment, 1997.July.
3. ARINC Characteristic 710, Mark 2 Airborne ILS-Receiver, 1978.May.03.
cite-note-19-95. â RTCA DO-192, Minimum Operational Performance Standards for Airborne ILS Glide Slope Receiving Equipment Operating within the Radio Frequency Range of 328.6 - 335.4 MHz, 1986.July.18.
4. ICAO, Doc-8071, Manual on Testing of Radiao Navigation Aids. 1. Juni 1961.
5. ICAO, International Standards and Recommended Practices, Annex 10, Aeronautical Telecommunications, Vol. I, Edition 8, Amendment 93, Radio Navigation Aids. Juli 2023 (icao.int).
6. AIP IFR Deutschland, 31. Oktober 2024.
7. ßber die Flugsicherungsausrßstung der Luftfahrzeuge (FSAV) 26. November 2004 (zuletzt geändert durch Art. 13 G v. 17.12.2018 I 2549).
8. The Development of the Civil Aeronautics Authority Instrument Landing System at Indianapolis. In: W. E. Jackson, A. Alford, P. F. Byrne, H. B. Fischer (Hrsg.): Electrical Communication. Band 18, Nr. 4, April 1940 (worldradiohistory.com [PDF]).
cite-note-2311. â Reichspatentamt Patentschrift Nr. 720 890, Anordnung zur Erzeugung einer geradlinigen GleitwegfĂźhrung fĂźr Flugzeuglandezwecke, Dr.-Ing. Ernst Kramar, Dr.-Ing. Werner Gerbes, 5. November 1937. (nonstopsystems.com [PDF]).
cite-note-2512. â Ultra-Short Wave Radio Landing Beam. The C. Lorenz-A. G. Radio Beacon Guide Beam System. In: R. Elsner, E. Kramar (Hrsg.): Electrical Communication. Band 15, Nr. 3, Januar 1937, S. 195 ff.
9. Development of Aircraft Instrument Landing Systems. In: H. H. Buttner, A. G. Kandoian (Hrsg.): Electrical Communication. Band 22, Nr. 3, April 1945 (ia601707.us.archive.org [PDF]).
cite-note-7-2914. â Ultra-High-Frequency Loop Antenna. In: A. Alford, A. G. Kandoian (Hrsg.): Electrical Communication. Band 18, Nr. 4, April 1940, S. 255 ff. (worldradiohistory.com [PDF]).
cite-note-3215. â ICAO, EUR-Doc-011, EUR Frequency Management Manual, Edition 2023, European and North Atlantic Office. (icao.int [PDF]).
cite-note-12-3316. â ICAO, DOC-8168-II, Edition 7, Aircraft Operations, Construction of Visual and Instrument Flight Procedures. 2020 (icao.int [PDF]).
cite-note-4417. â Feldversuch MĂźnchen - AbschluĂbericht - Bewertung der NavigationsgĂźte eines satellitengestĂźtzten Landesystems im Vergleich zum ILS und MLS, 1998.Dezember, DFS Deutsche Flugsicherung GmbH, Alcatel Air Navigation Systems AANS, NFS Navigations- und FlugfĂźhrungs-Systeme GmbH.
cite-note-17-4518. â ITU Recommendation ITU-R M.1677-1, International Morse code, Datum=Oktober 2009. (itu.int [PDF]).
10. FAA, RD-77-130, The Selection of ILS Localizer Antenna Patterns for use in the Frequency Assignment Process, Robert D. Smith. September 1978.
cite-note-10-6220. â CAA (Civil Aeronautics Administration), Technical Development Report TDR-181, Development of a VHF Directional Localizer Parts I and II. Mai 1954 (nonstopsystems.com [PDF]).
cite-note-6621. â FAA, RD-76-129, Localizer Travelling Wave Antenna Development, Carl G. Peterson, May 1976. (archive.org [PDF; abgerufen am 6. August 2025]).
cite-note-7022. â Fixed-Beam Aircraft Approach System, R. A. Hampshire, Electrical Communication, S. 189 ff. September 1954, S. 192.
cite-note-7223. â New ILS Localizer Ultra-Wide Antenna System Reduces Traffic Restrictions, Alf W. Bakken and HervĂŠ Demule, Proceedings of 18th International Flight Inspection Symposium, S.83 ff. 2014.
cite-note-7324. â Worldâs First NORMARC 7000 Ultra-Wide ILS Localizer Successfully Flight Commissioned, Indra. (indracompany.com [abgerufen am 25. August 2025]).
cite-note-7525. â What is precisely the function of far-field-monitor in ILS? In: https://aviation.stackexchange.com/. Abgerufen am 19. März 2025 (englisch).
cite-note-15-7626. â AIP UK, AD 2-EGLC-8-1, Instrument Approach Chart, LONDON CITY, RWY 09, DME/NDB(L), ILS(5.5°GP),. 23. Juli 2024 (nats.co.uk [PDF]).
cite-note-7727. â Theorie und Technik des Instrumenten-Landesystems (ILS), II. Die Gleitweganlage, Karl Bärner, Sonderdruck aus der Zeitschrift âLuftfahrttechnikâ Nr.5/1955. 1955.
11. ICAO, Annex 10 Volume I, Edition 1. 1965.
cite-note-8229. â Bernd BĂźdenbender: Instrumentenlandesysteme. In: Praxisheft 18. Auf DC4DD.de (PDF; 378,3 kB), abgerufen am 5. Januar 2023.
12. ICAO Annex 6 Operation of Aircraft, Part I â International Commercial Air Transport â Aeroplanes, Ed. 1, Am.44, 2020. (icao.int [PDF]).
13. ICAO, Doc-9365 Manual of All-Weather Operations. (icao.int).
cite-note-9632. â Bundesstelle fĂźr Flugunfalluntersuchung: Abschlussberichte â Untersuchungsbericht zu einem schweren StĂśrung mit einer Boeing B777 in MĂźnchen, 03. November 2011. Abgerufen am 28. Januar 2025.
cite-note-9733. â ICAO, Doc-9931, Continuous Descent Manual, Edition 1. 2010 (icao.int [PDF]).
cite-note-9834. â DFS - Umwelterklärung 2021: Seite 20 Abschnitt âContinuous Descent Operations (CDO)â
cite-note-10135. â BBC, Microwaves 'improve fog landings', Daniel Emery. 25. März 2009 (bbc.co.uk).
cite-note-10236. â Wolrd Status of GBAS. In: https://www.icao.int. International Civil Aviation Organisation, ICAO, 2018, abgerufen am 11. April 2025 (englisch).
cite-note-10437. â AIP Germany, DFS. 6. August 2025 (dfs.de).
cite-note-13838. â Mil AIP Germany. (milais.org).
cite-note-1-13939. â Militärisches Luftfahrthandbuch Deutschland. In: milais.org. Zentrum Luftoperationen (Zen-trLuftOp), 12. Juni 2025, abgerufen am 16. September 2021.
cite-note-etar-14040. â ETAR â Ramstein Air Base, flightplandatabase.com. Abgerufen am 6. August 2025 (englisch).
cite-note-14141. â ETAD, Spangdahlem Airbase, flightplandatabase.com. (flightplandatabase.com).
cite-note-14242. â ETOU Wiesbaden, flightplandatabase.com. (flightplandatabase.com [abgerufen am 6. August 2025]).